Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Stille hängt über den Umtrieben und helles Licht ohne Wärme. Weiße Teppiche leuchten in diesem Licht wie die drei einzigen Worte des Tages (eine knappe Bestellung und das „Bitte“ danach). Unter diesem Licht kreischen Schienen, schleichen die Bahnhöfler, knistern die schweigenden Leser in der Bibliothek. Im farb- und wärmelosen Licht sterben Blicke auf halber Strecke. Das Laub rührt sich nicht in den Böen, ratlose Taxis stöbern darin, umkreisen den Block und finden niemanden, der irgendwo hin müsste.

[und obwohl alles dürfte]

Als das Licht sie freigibt, tauchen die Fenster auf. Eine alte Frau streichelt lange eine reglos weiße Katze mit wachen Augen. Ein Mädchen mit einem Handtuch im Haar durchquert den Raum und erleuchtet Spiegel, Schreibtisch, Bücher, Notizen und das alles noch einmal. Einer mit modischer Frisur stellt ein Bier ins Halbdunkel. Eine bricht auf, die Hand kurz auf seiner Schulter. Eine grauhaarige Frau nimmt ein Buch aus einem hohen Regal und legt es zu den anderen. Zwei essen und reden in einer halbdunklen Küche. Bei mir glühen nur ein kleiner versteckter Draht, die stählerne Klappe und die Musik; nichts sonst hat Erlaubnis, aus der hellen Sachlichkeit zu treten.

[müsste nichts anders sein]

[wie angenehm!]

Link | 2. November 2005, 22 Uhr 25