Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Menschenhaßbücherwoche, Fazit.

Sibylle Berg also, Ende gut. Viel zu lang. 300 Seiten Quälerei mit Menschen, die, Überraschung, im letzten Satz ihres Absatzes was fieses tun. Oder ihren ganzen Absatz über enttäuscht werden und über Rockstars nachdenken. Natürlich aber spricht sie dann, am guten Ende, noch auf zwei Seiten unser aller Sehnsucht aus: Das Haus am Meer, ganz oder als Option, mit Leuten, die Stille ertragen, ohne Angst, dafür mit viel Büchern und Sorgfalt und Staub im Licht, der aussieht, als ob es hier nach Kuchen röche.

Und während ich noch, mit dem Tempo von 300 quälenden Seiten komplett unnötigen und durchschaubaren Schlechte-Welt-Gerotzes denke: Frau Berg, ich versteh‘ Sie nicht, riecht es plötzlich warm nach Kuchen; und dankbar bin ich. Sie hat dann ja jedesmal wieder diese Stellen, wo man denkt: Ja! Danke. „Kuchen“: Richtiges Wort nach 300 Seiten Dreck, gut, entschädigt.

Matias Faldbakken, The cocka hola company. Lustig, angenehm, netter Spaß. So, wie man das selber machen wollen würde, wenn man ein Buch schriebe, in dem eine Figur herumspringt, die den Pennern ihre Blödheit ins Gesicht haut, wo ein schickes Chaos herrscht und plausibel geredet wird. Gut! Und drauf! Jawoll! Einzig eins hätte ich anders gemacht, wenn es schon mal gegangen wäre wie in diesem Fall: Er erzählt die Geschichte von Desirevolution als die einer Ausnahme, einer aufblitzenden Singularität; das Unternehmen ist die Geschichte. Das ist ein Fehler. Wie viel souveräner wäre es gewesen, eine Geschichte, eine richtige Geschichte, vor diesem Unternehmen zu erzählen, in einer Desirevolution-Welt, in der das einfach alles selbstverständlich passiert, was da passiert, und auch keine Normalität wiederhergestellt wird, also ohne die etwas lahme Geste des notwendigen Scheiterns.

Link | 28. Januar 2006, 3 Uhr 08 | Kommentare (1)


1 Kommentar


„Rosamunde Pilcher des Nihilismus“

Comment by yanami | 11:18