Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Tatsächlich erwache ich aus der Zeit, immer wieder: Die Szenerie ändert sich und die Logik, eine besser beleumundete höhere Zeit faltet sich auf, banaler und zäher und farbloser, in der ich weniger vermag. Was ist geschehen, frage ich, erwachend, mich orientierend: ah, es sind die seltsamen gelben Tapeten des Schlafzimmers in der Warschauer Straße, gleich werde ich noch einmal aufwachen, in eine wirklichere Nachwarschauerzeit, in der die Erinnerung an die absurden gelben Wände von tüchtigen Neurotransmittern im Auftrag der Lebensfähigkeit gelöscht worden sein wird, bevor sie das Langzeitgedächtnis kontaminieren konnte.

Am Fußende des Zeitbetts saugt rotierend der VORTEX, der eine endlose Reihe von Telefonen und Computern verschluckt und restlos in sich hineintilgt, Interfaces, Betriebssysteme, Bildschirme, alte Versionen von Photoshop, nicht mehr lesbare CDs mit Twin Peaks-Folgen, eigenen Code, eine schockierende Einrichtung.

Ich sehe mich um und muß gar nichts beschwören — wenn nur die Aufwacherei nicht wäre: Sommerregen. Postrock. Einsames Aufschreiben. Schöne Frauen. Echter Style und Spiegel und Photographie. Parks. Müde Eisenbahnfahrten. Weißwein und Nebel und eine Büroklammer am nachts niedergetretenen Saum. [#]

Link | 12. Mai 2013, 22 Uhr 35