Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Das Bloom, eine etwas fadenscheinige Boutique-Schicht über einem anderen, älteren Hotel, das ich an der Badewanne und dem Badezimmertürknauf noch erkennen kann, streckt sich etwas zu weit: Es hängen da blau und rot bemalte Töpfe und Nudelhölzer an der Restaurantdecke, es werden türkise Dreiecke auf Stahlperlenvorhänge projiziert, ja: aber das Retroresopal-Microkaro des Fußbodens verträgt sich nicht mit dem Wellen-Wandmuster hinter der Rezeption, und zwar ohne ironische Entschuldigung: Da hat eben jemand schlicht zweimal und ohne Zusammenhang etwas zu laut schrill gedacht bei der Auswahl — nein, das ist wahrlich nicht das Cabinet hier, auch nicht das Quote, leider nein.

Im Flugzeug große Leichtigkeit: Ich schlief, ausgeschlafen, wie ich war, aus purer Freude daran, im Flugzeug noch ein wenig zu schlafen. Gerade als wir den Rhein überflogen, erwachte ich und sah mich um: Friedlich schlummerten auch meine Mitreisenden. Meine unbekannte Nachbarin lag entspannt in ihrem Sessel: Graue, ganz neue Stoffschuhe ohne Schnürsenkel, braune Hose, eine abgewetzte, aber gut zu ihr passende Handtasche, Mitte, Ende zwanzig, nicht übermäßig hübsch, aber schön in der Normalität und Ruhe dieser Flugzeugsituation, ausgeklinkt für eine Stunde zehn, kurzzeitig unerreichbar für den Haß-und-Angst-Mediadenkparasiten, wir beiden Schlafenden.

Link | 17. Juni 2013, 22 Uhr 27 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Fadenscheinige Boutique-Schicht beschreibt auch _den_ Bloom, as in Theorie vom ~, ganz gut. Wie schade, daß im Logo „hotel“ davor steht.

Comment by Neini | 00:38