Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Wer kybernetisch lebt, also in vollem Bewusstsein, daß Elektrizität nicht nur zum Heizen da ist, tut gut daran, sich an ausreichend vielen Stellen gezielt zu verweigern. Andernfalls geht allzuleicht die Kontrolle verloren: Es passiert dann relativ einfach, daß die Ereignisse den Möglichkeiten zur Sinndestillation davonlaufen, man fängt an, Recht zu haben, verbissen zu werden, einen Kampf zu führen, aus Angst zu handeln und nicht mehr zu bemerken, was passiert rundherum, und dann erzählt man eines Abends plötzlich den Unfug von der schnell verfließenden Zeit, fährst n paarmal in Urlaub, zack, biste vierzig, das get so schnell.

Wer so redet, kennt die Aufgabe nicht. Die Aufgabe ist: Die Dinge zu sehen. Dazu gehört eine Liebe zum Gegenstand und eine Sorgfalt, die nur in selbstauferlegter Langsamkeit funktioniert. Ich frage mich, wie diese Langsamkeit zu halten sein wird: Die Rüstung für die bevorstehende Begegnung mit dem Kapital hängt seit heute bereit, nachtblau, der erste Schritt einer möglichen Verwandlung. Es bestehen reelle Chancen, daß die kommenden Monate ein Tempo entfesseln werden, bei dem noch nicht klar ist, ob und wie es wieder zu beherrschen sein wird. Das Hamsterrad wartet, W*. Warum den Frieden riskieren? Weil nichts riskanter ist als ein Jahr Friede. Nur: Die Aufgabe bleibt.

[Schon deswegen mußte ich dem Rüstungs-Tag einen heiligen Abend hintanstellen. Zwischen wuschelfrisierten Fremden, die wohlwollend gucken, wenn man vorbeigeht, und sich freuen, daß man auch da ist und daß man keine Angst voreinander haben muß, weil man ja gemeinsam wartet auf etwas, auf das fiese Leute einfach nicht warten, also auf die Jungs aus Bristol, die auch auf beiden Seiten des Spiegels leben.]

[and the magic of stones, when taken back home, is left on the beach]

Link | 21. Februar 2006, 2 Uhr 41