Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Nebenbei, da ich schon fremde Sprache bekrittle, noch eine Notiz zu einem eigentlich nicht erwähnenswerten Film. Der rote Kakadu: Ein Österchen-Film wie gehabt. Der Osten war schlimm, aber jung konnte man da auch sein. Ja, das eben.

Das Drehbuch ist aber state-of-the-art, was die aktuelle Entwicklung auf diesem vom Glamour so stahlhart umwehten Felde angeht: Einer der Schauspieler muß immer aussprechen, was der arglose Zuschauer gerade denken soll, weil der Drehbuchautor das so meint. Der ganze Dialog der Figuren ist eigentlich der innere Monolog von einem, der sich was über die DDR zusammenüberlegt hat in seinem typischen Drehbuchautoren-Metadeutsch.

Damit ich nicht etwa auf die Seite der Volkspolizei gerate und mir denke „ist eben verboten, die Hüpfmusik“, ruft die schöne Jessica Schwarz unter erhobenem Polizeiknüppel: „Ihr könnt uns doch nicht kriminalisieren!“ Oder, später, der Typ, beim Abschied von seiner Lieben, sagt: „Es ist so ein schönes Land, aber sie machen ein Gefängnis draus“.

Diese schönen Sätze gibt es schon in der Vorschau zu bestaunen. Für feinste Wolken-Gedichte aber, die mehrfache Verwendung des bekannten Ost-Wortes „rübermachen“, die Formulierung „Mein Deutschlehrer hat mich ermuntert zu schreiben“ und mehrere Kurzreferate zur Erklärung der Szene nach allzu verwirrenden Schnitten: Ab ins Kino!

[Dort auch, wunderbar neben sich wie immer: Kathrin Angerer]

[Nur politisch kann ich das alles nicht lustig finden. Daß jemand so problembewusst banalen Scheiß abliefert, streberisch pro und contra diskutieren lässt und dann die Deutungen eintütet für alle. Wer sich angesichts der Haußmann-Filme und des ganzen Gurkenklimbims möglicherweise zu fragen begonnen haben könnte, ob die DDR vielleicht doch ganz in Ordnung war, kriegt den Kopf geradegerückt: Ein schönes Land (das ist das Deutsche) aber ein Gefängnis (an der DDR).]

[eat spam from the can
watch late-night c-span]

Link | 27. Februar 2006, 15 Uhr 40 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Was die penetrante Pädagogik angeht und auch die Sprache, ham Sie wirklich recht. Besonders schlimm: „Noch 4 Wochen bis zum Mauerbau“.

Ein paar Sachen fand ich dann aber doch ganz ok: Dieser leicht-schwermütige Sommer, die Figuren, die nicht so schwarz-weiß wie in (ganz schlimm) Good-By-Lenin waren, die Gurkenszene und auch, daß das nachgemachte Sächsisch zwar wie überall stattfindet, aber immerhin thematisiert wird.

[Aber wahrscheinlich bin ich eh nur verliebt in Jessica Schwarz]

Comment by stralau | 16:58