Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Am Alexanderplatz steigt sie aus. Erschrecke über den Haß, den ich aufbringe, wenn mir im falschen Moment einer in der Sicht steht. Es ist alles so einfach. „Die Berlinale ist ein Filmfestival das jährlich in Berlin stattfindet“, erklärt der Motz-Verkäufer seine Titelgeschichte. Entschuldigung, drehe ich mich um, sage und höre ich. Müssen die immer so digital bremsen? Ich habe keinen Fahrschein für die quengelige Singsang-Punkette aus Gummi. Aber Hunger. Zwei Jungs waren in einem Matratzenladen und haben eine Matratze gekauft. Sie balancieren sie auf ihren Fransenfrisur*n und hüpfen ein wenig, daß der Schaumstoffschlappen lustig wippt. Ich bestelle trotzig Ente, weil ich die Nachrichten nicht verfolge und also keine Ahnung habe, was man sich derzeit davon wohl holen könnte. Thai-Musik klingt bestimmt nicht immer gleich. Das Stadthypeblatt hypt die Stadt, angeblich ist mein wirtschaftliches Herumgekrebse dafür verantwortlich, daß der Tourismus brummt. Hoffe, die Bunz lügt wie gedruckt. Riesige KaDeWe-Taschen in Kombination mit einsamen Thai-Food-Packungen machen attraktiv. Anzüge bestimmt erst recht. Im Bad wachsen unschöne Pilze auf den Jalousien. Verdammtnochmal. Kann man später aber bestimmt mythisch verbrämen. Probiere den Anzug an, finde, daß das elende nervöse Untergewicht so übel dann auch wieder nicht aussieht und ertappe mich bei mindestens drei Haraldschmidtgesten („hey!“). Peinlich. Macht aber Spaß. Macht Spaß heute. Nicht viel Neid, Pilz hin, Kälte her, tote leere Wohnung geschenkt.

Nur der sanfte Neid auf diejenigen, die sich nicht verteidigen wegen der Dinge, die sie tun. Ein paar gibt es ja noch.

Link | 27. Februar 2006, 20 Uhr 50