Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

[boah]

… und dann würde ich meinen Koffer hochtragen und erschöpft hinter mir abschließen, zweimal, zweinhalbmal, da wäre dann ein Anschlag, und mich mit kerzengeradem Rücken aufs Bett zirkeln, das einen erschrockenen Quieker täte. Die Lampe über dem Kopfende wäre tot und gäbe nur Staub von sich beim Schaltversuch, aber von der Straßenlaterne draußen käme genug Licht zum Lesen, wenn man die Vorhänge (Geruch: kalt und kohl) offenließe.

Vier, fünf Seiten wären drin, Charlus nach der Sache mit den Verdurins oder so, dann würde ich mich ertappen beim Wiederaufwachen mit dem Gesicht gottseidank auf dem Buch und nicht im Laken, und ich würde aufblicken und das Spülgeräusch hören und alles würde sich drehen, und oben würden sie über den Rand gucken und flöten und Du kannst nichts mehr tuuhuun!, quirl-swish! und dann würde ich mich zusammenreißen und die Zahnbürste auspacken, höchstens noch denken: Saustall, da unterm Rand, aber da sieht ja auch nur die Ente hin und die schweigt und spuckt treu blauen Saft.

Das Waschbecken in der Ecke wäre zu klein für den Wasserdruck, es schlüge mir beinah die Bürste aus der Hand, bevor die Fechterfaust zugriffe. Das Wasser hätte alles eingesaut und mich wieder aufgeweckt (nur kalt, verstünde sich, das wäre nicht das Ritz), bis ich herausgefunden hätte, wie fein man den Hahn einstellen müsste für exakt das mit dem ganzen Haus pfeifende Rinnsal, das das Becken gerade schlucken könnte.

Und dann würde ich rücklings auf dem Bett liegen und in flackernde Dunkelheit schauen und warten und mir denken: Du kannst die Sprache nicht, du kannst 8 Monate nicht weg und du kennst kein Schwein. Fuck, yeah.

[Verflixt, 27 ist zu jung für dirty old man, oder?]

Link | 21. April 2006, 23 Uhr 56 | Kommentare (1)


1 Kommentar


„dirty old man“ ist keine Frage des Alters, sondern der Leberwerte. Prost!

Comment by anonym | 00:15