Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

[Berlin, die unbesetzte Sollbruchstelle der freien Welt, im Untergrund durchquert. Die koreanische Touristin trägt Andenken mit sich, sie war im Bauhaus-Archiv. Bei meinem ersten Berlinbesuch vor sieben Jahren war ich auch dort, verschlungen von einer Linien-Selbstverschlingung (Moholy Nagy? Vermutlich.), ahnungslos und besoffen von der Begreifbarkeit der Welt und von mehr Welt, als je begreifbar sein würde. Und die kalten Böen auf dem Campus der Freien Universität; die Wegweiser mit den Fachbereichen, man musste nur irgendwo langgehen, sich eine Villa und eine Wiese aussuchen, auf der man im Sommer liegen wollte mit den Mädchen. Die koreanische Touristin steigt Stadtmitte aus. Draußen im Gegenlicht ein sonderbarer Mann; noch bevor ich beruhigt „behindert“ denken kann, macht er etwas mit seiner Zunge, was ich nie jemanden mit einer Zunge habe machen sehen. Es gibt überhaupt kein Wort dafür. Der Zug beschleunigt (eine akustische und strukturelle Konstante), überfallartig kehrt die alte Besoffenheit zurück, die Fremdheit, die Aufregung, das heilige Zu-Klein-Sein.]

[Zuerst muß die Furcht vor dem Kitsch fallen und dem Pathos. Und dann jagen wir sie hinaus.]

Link | 13. Mai 2006, 1 Uhr 22 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Beim Lesen gerade Zungenverschlingung, imitatorische.

Comment by Parka Lewis | 15:11