Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Nachtrag. (Vorsicht, uncooler Altherrencontent.) Dinge, die ich über die Liebe wusste und trotzdem lernen musste: Vergessen kann man vergessen.

Ich muß mich nicht frei machen von dem Wissen, daß das alles schon einmal da war, ich muß es umarmen. Der Versuch, sich frei zu machen, endet böse, es gibt nur den Stier und die Hörner und was man tun muß damit.

Denn es ist eben nicht so, daß Zeit zu neutralisieren wäre, man kann sie nicht loslösen von der Frau, mit der man sie verbracht hat, es ist nicht so, daß die Frauen nur dabei gewesen wären, selbst wenn sie nur dabei gewesen sind. Es führt kein Weg daran vorbei, diese Zeit wie sie ist mit ins weitere Leben zu nehmen. Die Idee, daß die verzauberte Alt-Zeit mit den gegenwärtigen Leidenschaften in Konkurrenz um irgend ein überzeitliches Ding träte, das ist das Übel.

Das zu begreifen ist eine Bildungs-, keine Lernaufgabe, es genügt nicht, es zu wissen. Man muß sich selbst über diese Kante stoßen, in eine neue Geschichte hineingehen zu können mit den alten im Gepäck. Daß es eine Möglichkeit gibt, ohne Verrat an sich selbst oder den Frauen eine andere zu lieben, ist nicht offensichtlich und ja auch ohnehin ein Skandal. Es dauert, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, wie es geht. Ich sage es Ihnen, aber es wird Ihnen nichts nützen, falls Sie’s nicht eh schon können.

1. Accept loss. Forever.
2. Nichts vergessen. Aufheben, mitbringen, nie drüber reden.
3. Die Verlorenen weiterlieben. In der Vergangenheit und überhaupt. Umdeutung ist feige, respektlos und häßlich, Fledderei.

[Klärung, Löschung, Tilgung, Vergessen, Faschistenquatsch.]

Es ist keine Schande, zu scheitern und nicht für immer bitter zu werden darüber, man wird nicht schon zum Lebensabschnittsgefährtenarsch von der Fähigkeit zur Neu-Begeisterung für fremden Geist; man braucht ja diese Menschen wie nichts sonst; man muß sich nicht einmal schämen dafür.

[Wir werden ohne Träume sein]

Link | 9. Juli 2006, 1 Uhr 48