Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Heute Befindlichkeiten: Weil es mich erstaunt, wie wohl ich mich fühle in der schwindenden Hitze. Man spürt das Verstreichen der Zeit, wenn Wind aufkommt, auf der Haut; das wird es sein. Gestern morgen überfiel mich die Sorte tiefer, ernstester Traurigkeit, die eigentlich der Genuß einer Vergangenheit ist, die nicht zur Neige genossen wurde als sie stattfand; heute erwachte ich erschöpft und schwach in einem geläutert-leichten Sonntagmorgen, in dem mir nichts zu tun blieb als in die Hefte zu schauen: Die endlose Folge modernistischer Bungalows und verrückt eleganter Werbung an mir vorbeizublättern, mit der ich meinen Blick balanciere gegen die Gewöhnlichkeit von Aussicht und Umständen, ohne Groll übrigens.

[Es erstaunt mich natürlich, weil es nicht rational ist, sich wohl zu fühlen und sicher und ruhig, denn objektiv ist weniger als nichts erreicht und ich bin fast dreissig, aber das allein genügt offenbar, fünfzehn Jahre Bewußtsein, gescheiterte Lieben und Bilder von Städten, und schon kann der Wind die ersten verbrannten Blätter von den Alleebäumen holen und sie bedrohen einen nicht mehr.]

Link | 30. Juli 2006, 11 Uhr 17