Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Verrücktes Zeug. Da kommt man aus der Schweiz zurück und stolpert in den eigenen Umzug, die alte Mietskaserne ist nach 4 Jahren Schäbigkeit plötzlich ohne Vorwarnung doch im Stahlgerüst und dazu wurde ich sozusagen gegrönerdottet, aber unter ausdrücklicher doppelter Mißbilligung meiner Farben. Was ja gemein ist, weil ich doch so ein unsicherer und unerfahrener und ganz frischer Blogger bin, Frau Gröner aber eine mächtige Zugriffszahltitanin. Und ich also in Versuchung gerate, gleich Verdana Schwarz-auf-Weiß draus zu machen. Aber ich muß ja umziehen und mich von missmanagenden Automobiltestern hetzen lassen und gerate also nicht in Gefahr.

Mannheim: Von der nächtlichen Balustrade des Wasserturms hätte man ein Volk verführen können, wenn eins da gewesen wäre. Die flauschigen Häschen auf der Wiese fanden meinen Mussolini leider nicht beachtenswert und amhs Führer erging es kaum besser. Dabei hatten wir nicht mal was getrunken. Karnickelhetzer.

Basel: Die gefällig dahinplätschernde Sorte guter Zeit und eine schöne, wenn auch zu volle, Ausstellung. Die Jugendherberge in Basel allerdings meidet man besser, und das Rathaus sieht aus, als habe man es extra für die Japaner so angemalt, was vermutlich auch so ist. Und wie immer, wenn man längere Zeit mit Menschen ist, die man noch nicht kennt und mit deren Art man sich auch nie anfreunden wird: Dieser Spagat zwischen ruhigem Einfachdasein, das leider leicht als Griesgrämigkeit mißdeutet wird, und etwas zu billigem Geblödel, das zwar meist irgendwie funktioniert, aber doch sehr schal schmeckt. Und wie herrlich hoffentlich immer mit Menschen, die man anfängt ein bisschen zu kennen: Manchmal hört tatsächlich das Gefühl, im falschen Leben zu sein, für eine Weile auf. Es liegt an Nichtigkeiten wie offenen Manschetten vor leeren Wartesaalsesseln. Oder an klugen, so leicht dahingesagten Sätzen, wo man sich wohlig denkt: Nanu, ich bin komplett durchschaut. (Befreiend, das! — zumindest für den Moment.)

Link | 17. Juli 2004, 3 Uhr 27 | Kommentare (13)


13 Kommentare


Bei Anke Gröner klingt das doch insgesamt nach einer Empfehlung.

Comment by I know the dj | 11:24




Sie waren in Basel bei Arp/Schwitters, nehme ich an? Dahin exkursioniere ich in wenigen Wochen auch. Mein letzter Schein Kunstgeschichte. Endlich.

Ich hoffe inständig, auf der Liste nicht „Jugendherberge“ angekreuzt zu haben – ich kann mich nicht erinnern. Man sagte mir, daß die schweizerischen besser seien als die hiesigen. Und jetzt kommen Sie …

Comment by andreaffm | 21:52




Arp/Schwitters haben wir ausgelassen, und ich ahne gerade, daß es ein Fehler war. Nein, wir waren in der Ausstellung, über die Sie noch viel unweigerlicher stolpern werden, wenn Sie nach Basel kommen: Bei Tutenchamun. (Basel gibt sich nämlich wirklich überall ägyptisch momentan.) Wir durften da hin, wir waren nicht nur Stauntouristen, wir hatten Frau Sennedjmet dabei.

Die Jugenherberge ist tatsächlich eine gemeine Sache. Gemeinschaftswaschräume ohne kaltes Wasser und solche Späße.

Comment by spalanzani | 00:56




Das Dauerfräulein hat auch noch zwei Kommentare zu machen:
1. Selbst Menschen, die Allergiker verachten und sich allein zum Beweis dessen eine Katze halten würden, kriegen in der Basler Jugendherberge auf ungeklärte Weise Ausschlag im Gesicht.
2. Daß der rv mich nicht in Arp/Schwitters geschleppt hat (vielleicht weil die roten Pusteln doch trotz seines Insistierens mein natürliches Gesichtsrot etwas übertrafen?), hat mich allerdings auch stark verwundert. Dazu könnte ich jetzt noch was Dummes aber Ehrliches schreiben. Bloß dann löscht der rv meinen Eintrag. wieder

Comment by Sennedjmet | 11:48




der herr spalanzani arbeitet mit RueckVersicherung und doppeltem boden. http://vigilien.twoday.net/ vielleicht hilft die doppelidentitaet den kleinen fluchten vor dem dauerfeuerlein sennedjmet. die sich mit flammend rotem kopf in andeutungen uebt. welche ehrliche dummheit hat sie uns denn hier vorenthalten?

Comment by hoipolloi | 13:56




Ehre, wem Ehre gebührt, doch möge bitte trotz Andeutungen niemand daran glauben, daß der spalanzani sich die Mühe machen würde, wegen mir eine Doppelidentität aufzubauen!

Comment by Sennedjmet | 22:12




Natürlich jede Mühe im Notfalle, mit wehendem Mantel den Nachtzug nach Chicago nehmend oder den M and O, unerkannt den Häschern entschlüpfend, in strömendem Regen eilend, Shawl und Filzhut ins Gesicht gezogen, den Stapel falscher Pässe lässig im verglasten Warteraum durchblätternd.

Aber das Problem stellt sich nicht, die ungewaschenen Volksscharen haben nämlich nicht so recht nachgedacht, scheint mir. Eine Doppelidentität? Ich versteckte also mein Vigilienich hinter einem Vigilienich? Ein Doppelbluff?

Comment by spalanzani | 22:36




Ein Doppelbluff! …Sehen sie, ganz offensichtlich verstehen sie rein gar nichts von Geheimdienstarbeit, Lady, es ist eine XK-rot-27-Technik.

Comment by I know the dj | 23:34




danke die herren, es geht doch nichts ueber einen anstaendigen filmriss

Comment by hoipolloi | 23:55




wie weit es mit der einheit der zwiefachen „identitaet“ des herrn spalanzani her ist, zeigt, dass eine seite http://vigilien.twoday.net/ inhaltsleer ist, was man dieser http://www.struppig.de/vigilien/ nicht unterstellen kann. statt sich in tautologiebeweisen versteckter verstecker zu muehen, kann sich der herr spalanzani auf seine heilenden kraefte konzentrieren. schliesslich kann er bei pusteln insistieren. wie mag er es getan haben?

p.s. namenlos: ein pfiffikus, wer den komoediantischen uebersetzungen traut. ins reine geschrieben klingt es – ohne persoenlich zu werden – anders.

Comment by hoipolloi | 14:43




Manchmal weiß man nicht, ob man reagieren sollte oder nicht. Hoipolloi, haben Sie wirklich nicht verstanden, was der Bezug von Spalanzanis Insistieren war? Ist da inhaltlich etwas mißzuverstehen? Ich gebe zu, daß der Ausdruck nicht ganz sauber ist. Aber wozu auch, wir sind ja alle schlau genug und formulieren keine Gesetzesblätter.

Comment by Sennedjmet | 19:05




Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Ich habe nur ganz egoistischerweise Angst um mein Augenlicht bei so vielen kleinen, weißen Buchstaben auf fiesem, schwarzem Fond.

Comment by Anke | 19:26




„Was ich? Nein. Ich bin nur ein armer alter Mann. Ich habe keine Zeit für Gesetzesbrecher. Meine Beine sind grau, meine Ohren sind leer, meine Augen sind alt und gebeugt.“

Comment by hoipolloi | 20:29