Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Zudem: Das um sich greifende MBA-Wesen beunruhigt mich wirklich. Mir scheint, man erzieht dort Menschen zum Beethovenhören, die nie wirklich Zeit bekommen, Beethoven zu hören.

Dabei kann man keinem verdenken, der alten Universität zu mißtrauen. Das Niveau dort ist ohnehin am Boden — und jetzt ziehen auch noch die business schools die junge Intelligenz von den Gymnasien ab für eine Wirtschaftsausbildung, die sicher gut, aber eben naturgemäß von vornherein auch eine Frage von Tempo und Ideologie ist.

Die rundherum schrabblig gewirtschafteten Universitäten mühen sich derweil fruchtlos damit ab, Zigtausende derer, die studieren, weil man eben studiert, wenn man ein lala-Abitur gemacht hat wie Vater Zahnarzt das wollte, nach hergebrachtem Modell zu Intellektuellen zu machen. Die wirklich guten Leute dagegen werden in ein paar Monaten in den Hochglanzhallen der business schools zu scharfen Hunden gedrillt und bekommen kaum eine Chance, sich als denkende Menschen zu spüren.

Und dann spricht eben Guido Westerwelle. Wenn ich mit dieser Deutung der Entwicklungen Recht habe, ist das alles sehr traurig, finden Sie nicht?

[Vielleicht werden wir eben nicht amerikanischer, wie wir glauben, sondern chinesischer: Die Ingenieursausbildung funktioniert ja nach wie vor ausgezeichnet. Man könnte sagen, die Zivilisten sterben aus, übrig bleiben die Wirtschaftskrieger. Es riecht sozial nach aggressivem Techno-Wirtschafts-Bellizismus, nicht nach altmodischem Waffengerassel, also viel eher nach China als nach den USA. Nunja. Empirie-unbelastete Großtheorien halt.]

Link | 18. August 2006, 11 Uhr 56 | Kommentare (1)


1 Kommentar


He! Nicht so pessimistisch was die Alma Mater in Deutschland angehnt! Da tut sich einiges und nicht alles zum schlechteren. Und die Nachdenklichkeit schwindet auch nicht immer. Gefasel: Sind die Massenunis in Frankreich und Italien denn besser? Noch mehr Gefasel: Unser (!) Problem sind die Kindergärten und Grundschulen. Ab.

Comment by froschfilm | 17:04