Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Und dann, über Frisch, zurückgelesen ins 19. Jahrhundert, dessen letzte Größen ja doch noch nicht sehr lange tot sind, es ging ja auch erst 45 zu Ende. Wie aus einem gewaltigen Wald weht aus diesen Seiten eine dunkle, aber klare Luft heraus und die Dinge fallen an ihren Ort.

Verändert hat sich doch, so scheint mir, vor allem das Verhältnis zum Urteil: Die Kraft des menschlichen Urteilens aus Erfahrung ist im Vergleich fast verloren, wir urteilen technisch aus Fakten. Das hat den Vorteil, daß wir zwingend urteilen, aber andererseits eben auch langweiliger und falscher. (Ein präzises Urteil aus Fakten ist nur für denjenigen richtig, der dieselbe Menge Fakten zur Verfügung hat, ein Fakt mehr und alles kippt, ein Fakt weniger und nichts stimmt, und endlich sind Fakten ja selbst verhurte Gesellen.)

[Etwa so: Wir wissen uns gemeinsam im Nebel heute; würden wir ihn lichten, wüssten wir Bescheid und säßen gemeinsam in der Sonne. Den möglichen Schrecken, nach der Lichtung des Nebels allein zu sein mit sich und der Natur, riskiert ja niemand mehr, es wird auch nicht geduldet.]

[Was ist das für ein Zeitalter, in dem man sich hysterisch vor Köfferchen am Bahnsteig fürchten soll.]

Link | 22. August 2006, 14 Uhr 43