Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Max Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän. (Man muß das schweizerisch aussprechen, denke ich mir: Hólozän.) Warum kannte ich das noch nicht? Vielleicht habe ich früher, in der ersten Frischzeit, Bücher gezielt gekauft, ich dachte: Ich will nichts aus dem Alterswerk lesen. Inzwischen interessiert mich nicht mehr, wie alt der Autor zur Zeit der Niederschrift war, ich habe Vertrauen in meine Autoren, sie dürfen so alt sein wie sie wollen. Frisch war ohnehin schon über vierzig, als er den Stiller geschrieben hat, davor war nicht viel, die bemühteren Sachen. Ein Architekt. Er hat fünf Jahre in Rom gelebt. Fünf Jahre sind lange, ich bin erst seit sieben Jahren hier. Man hat immer mehr Zeit als man denkt. Die fünf Jahre Rom nehmen sich wie eine Episode aus in der Suhrkamp-Zeittafel. Där Mensch ärschaint im Hólozän: Details groß und Sprache aus Granit. Nur eins nehme ich ihm übel, daß Herr Geiser nämlich umkehrt auf dem Weg ins Tal, das ist ein Frisch-Topos, er hätte mich doch einmal überraschen können.

Link | 26. September 2006, 0 Uhr 40