Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Und noch eine Warnung: Vor einer sich anbahnenden ideologischen Spaltung in der jüngeren Literatur; der Frage nach der richtigen Art der Textproduktion.

Die Tiefen Empfinder sagen, daß es darauf ankäme, authentisch zu erleben, existenziell zu erfahren, eine eigenständige Stimme zu entwickeln; eigentlich sei Schreiben ein Geisteszustand.
Die Texthandwerker sagen, daß es darauf ankäme, ein großes Gehirn zu haben und genau zu wissen, was man tut, Texte in einer Werkstatt für einen Zweck zu konstruieren und damit also einen Beruf wie jeden anderen auszuüben.

Hoffentlich ist das nur meine Wahrnehmung, daß man sich gerade entlang dieser Front positioniert. Ich sage, ich will doch bitteschön beides erwarten dürfen. Gibt ja kein Grund, warum es den Tiefen Empfindern erlaubt sein sollte, dummes Zeug zu produzieren. Kein Grund andererseits, warum den Brains blutleere Kopfgeburten verziehen werden sollten. Also bitte: Wer da Stellung bezieht, bezeichnet doch nur die eigenen Unzulänglichkeiten.

Was mich wirklich in den Wahnsinn treibt, ist die meist mehr oder weniger explizit mitverhandelte Frage, ob es sich bei der Schriftstellerei um eine Berufung oder einen Beruf handelt oder handeln sollte. Kann man das bitte auch für Müllabfuhr, Landwirtschaft und Fingerfarbenmalerei endlich in vergleichbarer Breite diskutieren? Verdammte Wichtigtuer.

Man macht Sachen gern oder nicht gern aus irgendwelchen idiosynkratischen Gründen und für manche bekommt man Geld. Basta-la.

[Texte ohne Roß und Reiter]

Link | 8. Oktober 2006, 16 Uhr 39 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Man ist gern Müllmann. Und wir brauchen den Osten.

Comment by froschfilm | 07:49