Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Wenn man von den Dingen gejagt wird, funktioniert die Phantasie schlecht. Und solange das so ist, hat man nicht so viel vom Leben, wie man haben könnte, wenn man sich mit einem guten Augenblick eine Weile beschäftigen könnte: Man müsste aus jedem eine Geschichte machen können, Formulierungen finden, Bilder und Stimmungen anheften und die Narration und ein paar flackernde Momentaufnahmen, die unweigerlich allein übrig bleiben werden, nicht dem Zufall überlassen, sondern schleifen und polieren, das müsste man.

Und dann, kaum hat man, übermüdet, einen belanglosen Augenblick lang Zeit, wird das Leben, als hätte es aufzuholen bei jeder billigen Gelegenheit, kitschig: Zwischen zwei Fahrbahnen spielen auf einem ungepflegten schmalen Grünstreifen Schmetterlinge mit blaßfarbenen Blüten Sommerwiese; und als ich mich für einen Moment aus dem Fenster in die Nacht hinauslehne und einen Moment nachdenke, zieht doch tatsächlich eine Sternschnuppe über den Himmel, das finde ich doch etwas arg zwinkernd.

Link | 30. Juli 2004, 23 Uhr 48 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Doch, die Phantasie funktioniert auch beim Gejagtwerden von Dingen. Bloß verwandelt sie sich dabei in sog. Galgenhumor.

Comment by bigdaddy | 12:39