Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Meine aktuelle Wohnung ist so wenig teuer, daß ich es mir werde leisten können, sie zu behalten, wenn ich umziehe.

Wie in den Träumen, in denen man einen Schlüssel bei sich findet, und sich dann vorarbeitet zur Erinnerung an eine vergessene Wohnung, die man aufsucht und wo man ein vollständiges, aber verlassenes und dysfunktionales Leben vorfindet, werde ich nur ab und zu herkommen einzig um hier, an dieser Stelle, zu sitzen und aus dem Fenster zu sehen.

Ich werde die Möbel hierlassen, die Teppiche natürlich, und Technik, die ich nicht mehr benutze: Eine Gelegenheit, es zuzugeben.
Prinzip: Niemals verleihe ich die Wohnung für Seitensprünge. Niemals fliehe ich hierher vor einer Frau. Die Wohnung muß nutzlos am Rande des Bewusstseins bleiben, eine irrationale und leicht bedrohliche Tatsachen-Möglichkeit.

Es wird ein interessantes Experiment sein, zurückzukommen. Vielbeschäftigt, in einer Stadt, in der ich ohnehin, vielleicht nur eine Ecke weiter, wohnen werde, wird es für mich keine Gründe geben, oft gerade hierher zu kommen. Drei, viermal im Jahr, denke ich, werde ich hier sein, höchstens, immer fremder wird mir selbst die Idee vorkommen, die Wohnung zu halten. Ob ich vernünftig werde und den lastenden Ort nicht länger ertrage? Oder gierig? (Denn so billig sie ist — ein Gadget mehr im Monat oder ein schöner Pullover ist es allemal.) Oder ich behalte die schäbigen Räume für immer, sage nie ein Wort, erdulde die zweifellos irgendwann anstehende Modernisierung stoisch, sterbe und hinterlasse einen rätselhaften Schlüssel, man findet die Tür dazu, die Wohnung schweigt; das wäre nach meinem Geschmack.

[Hören Sie mich manchmal mit verstellter Stimme sprechen?]

Link | 28. Februar 2007, 1 Uhr 36 | Kommentare (4)


4 Kommentare


äh, ja! ich hör das … was ist los mit mir?

Comment by lliered | 18:07




Also doch!

Schon seit ich diesen neuen Knie-Fetisch an mir entdeckt habe, habe ich einen Verdacht.

Comment by spalanzani | 01:30




einen verdacht in bezug auf mich oder in bezug auf ihre telepathischen fähigkeiten in schriftlicher form? (ha, das klingt ja wie bei harry potter im internat. was haben wir nach mathe? – TFSF.)

Comment by lliered | 13:11




In Telepathie war ich schon immer eine Null. Dabei habe ich mir immer Mühe gegeben! Sogar die berühmte Verteidigung des telepathisch zu erreichenden Menschen, eine Art geistiger Firewall, glaubte ich zu spüren, allein, meine sorgsam in den Fremdgeist eingeflochtenen Suggestionen blieben stets folgenlos.

Gut gefiel mir deshalb die Geschichte in einem der Lehrbücher, derzufolge ein erfolgloser Telepath, der im Bus eine junge Frau dazu bringen wollte, sich zu ihm umzudrehen, nach minutenlang sanftsäuselnder Geist-Suggestion wütend gedacht haben soll: Dann halt nicht, blöde Kuh, woraufhin sie sich umdrehte und ihn (mit konventionellen Mitteln) darauf hinwies, daß das ja wohl keine Art sei, mit einer Dame umzugehen.

Kurz, wenn ich Verdacht hege, lliered, dann habe ich natürlich Sie im Verdacht.

Comment by spalanzani | 02:14