Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Eine Woche geregelte Arbeit in Berlin-Mitte-Mitte. Anfahrt mit der S-Bahn, darin Menschen:

– Touristen, junge dicke Holländerinnen oder müde Amerikaner, für die ich Teil eines umtriebigen Geheimnisses bin; ich gehe selbstverständlich ein und aus in diesen Häusern im Zentrum der Berliner Republik, das ja das Zentrum von gar nichts ist.

– HU-Studentinnen, die hübscher geworden zu sein scheinen, seit ich mehr Abstand habe, vielleicht ist es auch nur die Mode, man sieht schwarze Röcke und Stiefel und weißumschlossene Knie.

– Abends dann: Wie heißt das neue Scheißeaussehen eigentlich? Extrem enge Jeans, falsch herum, also mit dem Arsch nach vorn, getragen; Leinenschuhe, aufgeplusterte Bomberjacken mit Löwenstickerei? Das heißt doch sicher irgendwie?

– Morgens oft junge Männer, die zu unsouverän mit ihrer Nahrung umgehen. Etwas ganz archaisches wirkt in mir, wenn ich junge Männer zu sorgfältig und konzentriert kauen oder einen Burger halten sehe: Da hat einer Angst um sein Essen, das ist jämmerlich, eine unerträgliche Schwäche.

– Gecken, lupenreine Gecken.

Hier im Virtuellen ist alles extrem dicht. Kein Durchkommen.

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Einer der Gründe, warum man mindestens ebenso stark im Unbewussten wirken muß wie im Bewussten, ist, daß das Unbewusste durchlässiger ist, in den Kommunikationen unter der Bewusstwahrnehmungsschwelle werden die Stimmungen geboren, in denen man gemeinsam lebt, dort und im Wetter und in der Architektur.

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Fragmente einer Sprache der Liebe

Link | 24. März 2007, 1 Uhr 52 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Ah, ich schreie wieder vor Glück, wenn ich so schöne Sachen lese. Danke!

Comment by Jochenausberlin | 19:06