Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Wie ich es genossen habe zu frieren, in diesem Winter: Noch spüre ich in jeder warmen Fingerspitze den gläsernen Nachhall der Kälte, die ein universales Zeichen geworden ist für die Abwesenheit bestimmter Tatsachen; das ist: Die Anwesenheit aller Möglichkeiten.

Jetzt im späten April ist die Abwesenheit selbst abwesend und die Kälte ein reines Zeichen ohne Materie geworden, eine Chiffre für die Gesamtheit der unverwirklichten Möglichkeiten. Die Welt schweigt beredt darüber, wie sie sein könnte und nicht ist genau jetzt (und jetzt wäre die einzige Chance); Kastanienbäume und eitle Platanen, jede Grashalmspitze drängt sich hinein in die flirrende und unendlich aufregende Geschichte; mit der flachen Hand kann ich über die Beete fahren und die Blumen strecken sich, sprühend, nach dieser Hand, die einst fror und jetzt das ideale Geheimnis trägt, die Geschichte davon was hier, genau hier, auch sein könnte.

(Das ideale Geheimnis ist niemandem bekannt, ein vollkommen blinder Fleck, ein Ort, wo alles noch viel aufregender und schöner sein könnte; und ein Ort, dessen Existenz Folge einer Gewalteinwirkung sein muß in der offenen und so konsequent alles mit allem verbindenden Welt, die wir bewohnen. Dunkel und in einer Ahnung von vergangenem Schmerz behauptet das Geheimnis seine Existenz.)

Link | 19. April 2007, 0 Uhr 59