Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Kurze Zwischendurchmeldung: Der Herr spalanzani wurde mir ein wenig unsympathisch in letzter Zeit, und so mußte ich die spießige, privatelnde und jammernde kleine Sau leider erschießen. In der dritten Woche wird er von den Toten auferstehen, inzwischen setzt sich sein Mörder in einen Zug und flieht den Tatort, nur für ein paar Tage und zum Arbeiten zwar, aber immerhin raus aus der Stadt, wo die Idioten sich anhupen, die Nachtbusse schlecht synchronisiert sind und alles an einem zerrt und fordert und man nie genau weiß, ob man deswegen nicht selbst schon anfängt zu zerren und zu fordern, obwohl das doch ganz schlecht für’s Gemüt ist: Zurück aufs Land, wo die Leute vermuten, daß ich ihre Dorfstraße nur deswegen nicht im Frack langstolziere, weil ich zu arrogant bin, um dort zu Fuß zu gehen; wo nur die täglich horizontweit verabreichte Gülleration aus der örtlichen Schweinefabrik den Eindruck stört, daß noch klassische dumpfbäurische Betonschädel herrschten; wo wöchentlich die Kreuzlein sprießen an den Waldrändern und röhrende GTIs verglühen und Mütter aus den Wolken fallen, weil die Welt so grausam zu so jungen Menschen ist; wo praktisch gekachelte Ausbaudachböden monströse Heimkinos, heilige Ledersofas, Yuccapalmen und den gebürsteten Stahl schaler Modernität beherbergen; wo hoffentlich die Pappeln noch sind wo sie hingehören und man eine wohlriechende Wachsjacke vom Frankoniahändler väterlichen Vertrauens tragen kann, ohne daß BWL-Studenten einen für einen der Ihren und BWL-Studentenfeinde einen für einen Idioten halten; wo also alles besser und dabei soviel schlechter ist als hier; wo nichts ist, was mich interessiert im Augenblick, und doch ist es auch eine kleine Flucht, gerade dorthin.

Link | 15. September 2004, 19 Uhr 29