Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

„Weisst du“, sagt die Blonde im türkisfarbenen Röckchen, als wir gerade gehen und guckt unter der Stirntolle rauf, „mein ganzes Leben ist ein Kunstwerk, da bleibt nicht viel Zeit für die Kunst.“ — Ich komme nicht mehr dazu, mir den Menschen anzuschauen, zu dem sie das sagt, aber ich vermute, er hat gerade die Frage gestellt: „Und, was machen deine Projekte so?“ Nur langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, daß da tatsächlich wenig oder nur sehr unehrliche Ironie stattfand, im Gespräch dieser beiden Mittemenschen.

Zuvor: Viermal hintereinander eine unvollständige Version von „A bout de souffle“ an der Wand, aber ohne Ton, und Theorien darüber, warum Frauen es heut offenbar so viel schwerer haben, mit ihrem Selbstbild ins Reine zu kommen. Guter Ort für sowas. Man möchte da stundenlang hocken, ratlos daherschwatzen und immer die gleichen sinnlosen Bilder sehen, bis man Sumpf ist.

Peinlicherweise kennt keiner den Film, auch wenn ich jetzt schwören könnte, daß der Name Godard fast lauernd in der Luft lag. Man hätte vielleicht konsequenter trinken müssen, ohnehin.

Link | 31. Mai 2004, 3 Uhr 47 | Kommentare (2)


2 Kommentare


Man hätte mehr trinken müssen? Daher der verstohlene Schluck aus fremdem Glase? Das sind ja ganz neue Töne…

Comment by held | 21:54




Nicht daher, und warum verstohlen? – Ich sagte: Hätte.

Comment by spalanzani | 00:25