Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

und jetzt, im regen, könnte das laub zart erscheinen wie die haut schmaler ballgäste
als lebe man, mit ungutem geheimnis, unter der trüben tranceglocke der dummheit
widerlich der sommer, in dem alles existiert ohne widerstand, aus sich selbst
der sich nicht merkbar macht, leidenschafts- und gierlos erloschen, irgendein leben

dabei ist all das nur berlin und studentisch, gescheit in einer art und so klein dabei
endlose reihen weißgetünchter zimmer, die sich nicht unterscheiden und nett sind
nur die zahl der bücher variiert und das musikinstrument, dinge besitzen wir keine
niemand besitzt die blutbefleckten flaggen verschollener republiken zum beispiel

dabei muß es sie geben, die sammler von schießpulverdosen und gräßlichen amuletten
und ihrer postmodernen entsprechungen, nur kennen wir sie nicht, wir laminatgelehrten
wer würde uns nicht unsere hoffnungen verzeihen, für die wir doch zu bescheiden sind
selbst die hochmütigsten unter uns, verdorben von den universitäten vielleicht: zu bescheiden

immer gerecht gerecht und zufrieden, soma im schach und arbeit am horizont
zu viel abstand von allem, um noch irgendwo zu sein und also immer zu hause
karrieristen selbst die bohémiens, keiner die opulenz, keiner die schlichtheit,
ausgewogen alle, jeder ein kompromiss der geschichte, indolent und tüchtig

Link | 22. Juli 2007, 19 Uhr 17 | Kommentare (1)


1 Kommentar


Dieses Zeugnis ist wahr, betrifft aber nicht nur „uns“ sondern vermutlich alle. Immer. Oder?

Comment by froschfilm | 18:36