Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

An heute morgen kann ich mich kaum erinnern; es ergibt keinen Sinn, daß das derselbe Tag gewesen sein soll. Dasselbe gilt für den Abend, unmöglich kann das heute gewesen sein, ich machte den üblichen Umweg über den Nordbahnhof, der mich zu Fuß durch die Stadt führt; es könnte ebensogut letztes Jahr gewesen sein, in diesem schwarzen Loch unadressierbarer Ereignisse.

Die Nacht ist endlos, es passen Platten in sie hinein und stille Social-Web-Besuche, last.fm ist so grauenhaft unverbindlich, und Bibliothekssehnsucht (Sie kennen ja den Weg, sagte der Pförtner, als ich vor einigen Wochen dort war, und ich nickte und verlor mich; wo der Weg gewesen war, war nur kalter Geruch von Gips und keine Treppe mehr, ein neuer Weg wurde mir versprochen, als ich mich umdrehte, und führte durch den Katalog, wo ich Jahre nicht gewesen war, von der schmalen Treppe irrte ich ab in ein volatiles Zwischengeschoß, in dem drei alte Sozialwissenschaftler zwischen graulackierten Stahlregalen saßen, kommunizierende Röhren, die nacheinander aufblickten und absanken, als ich in die Sackgasse pantherte. Und ich fühlte mich zu Hause und ich dachte: Die Bibliothek, der tückische Katalog, das Labyrinth, die Korrespondenz, Spiegel, Tiger, Endlosigkeit.)

Link | 24. August 2007, 1 Uhr 50