Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Es ist dunkel; irgendwo hinter dir ist eine Wand aus Beton, rau und kalt und wurmig. Ein blauer Strahl trifft dich, überstreicht Dich von unten her, über den Gürtel weg und über deine Brust und verliert dich am Schlüsselbein, und erlischt. Nah bei dir ein Lächeln und eine Gewissheit, ein Rock, ein trockener Geruch wie von Kuchen.

Link | 22. Oktober 2016, 0 Uhr 23


Die Tannenwälder standen schwarz in den Bergen, bleiern glänzten die Fensterscheiben, und der Himmel hing so tief und so dunkel herunter, als müsse eine tintige Flüssigkeit gleich herauslaufen aus ihm. Meine Schläfen schmerzten mich so unsäglich, daß ich mich niederlegen musste, und ich erinnere mich genau, daß, als das Aspirin, das Paul mir gegeben hatte, zu wirken begann, hinter meinen Lidern zwei seltsame, unheilvolle Flecken sich lauernd bewegten.

Es ist einer dieser parallelen Einbrüche von Dunkelheit und Schwäche bei Sebald: Das Sichniederlegenmüssen, den-Tag-verlieren an eine unheimliche Einheit einer unvorhersehbaren körperlichen Gebrechlichkeit mit einer nur scheinbar unbeteiligten und äußeren Wetterstimmung. Sicherlich gibt es eine Lesart, in der dieses tintige Körperwetter aus Geschichte entsteht, wenn sie sich verdichtet, aber zugleich darf man diese Passagen unmittelbar lesen, als Beschreibungen einer spukhaften Erfahrung von Alter, die man früh macht.

Link | 19. Juli 2016, 23 Uhr 37


Über der fernen Ziggurat bewegen sich die Vögel in zwei entgegengesetzten Spiralen, und davor: Wind und rissige Trockenheit in salziger Sonne. Du tastest nach dem Beutel mit den Malachiten. Für einen Moment, als Du stehenbleibst, wirkt die Szene unbewegt, dann setzen sich die Spiralen wieder in Bewegung.

Link | 10. Juli 2016, 23 Uhr 26


Wenn man nachts auf eine Insel zurudert, verschieben sich die Farben. Der Nachthimmel wird blauer und heller gegen das reglose Öl der Oberfläche. Wo sie aufgerissen wird von den Ruderbättern, taucht das Nachtblau in Wirbeln in den Spiegel hinein und zerstiebt in der Tiefe. Die Insel ist nur eine Kristallisation auf der glatten Grenze, eine sich ausbreitende Störung des Horizonts, und ein Licht in einem Fenster: Dort oben, in der Enge des Raums unter dem Dach, liegen die Bücher, die von der Weite handeln, von einem Boot unter dem reichen Himmel.

[Natürlich wird es interessanter, wenn man noch einen Prinzen und einen Dolch erfindet]

Link | 5. Juli 2016, 23 Uhr 06 | Kommentare (1)


Ein Rattenhaufen, staubig, im Gaslicht, übereinander. Der pure Expressionismus, keine gerade Linie, Kopfsteinpflaster, flackernde Fenster, ein Korb voller Ratten. Immer noch da, unter dem Pflaster liegt das tummlige Gewühl; der polierte Granit verdeckt es, die snom-Telefone wissen nichts davon. Es ist nicht der heiße Wind unter den Schwingen des Engels, es ist der tote Staub der Keller, ein Fingerabdruck auf einer Keramiksicherung, schwarze Drehschalter, halbrund LICHT und Draht, low dpi: Schon nicht mehr wahrnehmbar für die tätowierten Freunde der craft beer-Kultur.

Link | 1. Juli 2016, 0 Uhr 33


Es ist Sommer, später Nachmittag, nicht zu warm: Es hat geregnet und riecht nach abgekühlten Linden; auf den Gehsteigen liegen Muster aus nassem Staub. Du betrittst, tief in Gedanken, mit unhörbaren Schritten, den kleinen Supermarkt, kaufst: Eine Fertigpizza, frische Pasta, Pesto, zwei Zahnbürsten, bezahlst und bist freundlich, ohne es zu bemerken; gehst drei Schritte, hinaus. Du tastest nach dem Buch: Es ist ein aufregendes Buch. Ein Theaterbuch, ein Körperbuch. Du wirst es auf dem Balkon lesen. Du wirst auf einen Anruf warten, vielleicht: Die Türklingel. Du bist tief in Gedanken, aber Du denkst nichts Bestimmtes, und wirst nichts notieren, es gibt nichts zu notieren. Zeit. Es ist keiner von den Sommern, die enden. Du steigst die Stufen hinauf, Schlüssel, Tür, Schuhe. Der Anblick von Zigarettenresten im Aschenbecher, auf dem Balkon, rührt Dich. Du fährst der Minze durchs Haar. Du lässt das Buch liegen auf dem Teaktisch, durchquerst die Wohnung, öffnest das Fenster zum Innenhof, und ein Luftzug saugt die Vorhangseide erst nach innen, über das Bett hin (ein Handrücken), dann in den Hof hinaus. Du lässt es geschehen. Du wartest und denkst. Warten und Denken wird belohnt von den Körpern. Draußen vor der Stadt liegt das Land, Du bist ein Stück Land in der Stadt; die Ruhe, die Leere, die Sanftheit Deiner Bewegungen: Du wartest.

Link | 4. März 2016, 0 Uhr 43 | Kommentare (1)


Heiße Luft über dem Moor. Eine gleißende Reflektion auf Sonnenkollektoren, auf dem Dach eines fernen Hofes, tanzt einen unsteten Quecksilbertanz. Dann ein Windstoß, eine Kunststoffplane schlägt in den Wiesen, und ein Habicht steigt, ohne Flügelschlag fast, wie ein Drachen, in einer einzigen schnellen Dreiecksbewegung. Dann nicken die Pappeln, und eine scharf umrissene schwanweiße Wolke erscheint.

Link | 21. Februar 2016, 20 Uhr 27 | Kommentare (1)


Draußen fiel noch kein Schnee, aber die Bäume erwarteten ihn, und die Allegorien schliefen seit Wochen schon in ihren Holzgehäusen. Nebel streifte durch die Hecken, verharrte, trabte an zum Buchenstamm, verharrte, schaute lange reglos in meine Richtung, streifte zurück in die Hecken im Osten.

Les histoires d’amour finissent mal… en général. Lange war mir das tröstlich erschienen, die Lesbarkeit der echten Liebesgeschichten vom bösen Ende her, aber ich wusste längst, daß es eine Täuschung war. Les histoires d’amour, en réalité, finissent jamais. Die Akteure sind abwesend, deswegen passiert nichts mehr in den Geschichten, sie verlangsamen auf das Tempo eines Novembernachmittags am Fenster mit Blick auf Bäume, auf die es noch nicht schneit.

Link | 13. Dezember 2015, 0 Uhr 19


I – Die Flamme der Vernunft

Die Flamme der Vernunft spendet ein warmes, stetes Innenraumlicht. Es fällt auf die Bücher, ein Sofa, eine Wolldecke, einen Teppich. Im Halbdunkel: ein Poster für eine Ausstellung in Mailand, 1972. Die Flamme der Vernunft leuchtet, weil Elektrizität fließt, die Turbinen summen in den Kraftwerken, die Hochspannungsleitungen gewartet wurden, Glühbirnen über Fließbänder flitzen, weil wir wissen, wie das Vakuum den Glühdraht schützt: weil wir gelernt haben, das Feuer zu zähmen.

Die Zähmung des Feuers war keine Offenbarung. Eine Offenbarung ist das jähe Erscheinen des Offenbaren, und nichts an Glühbirnen ist offenbar. Die Geschichte der Flamme der Vernunft ist eine Geschichte des Experiments und des Denkens, eine Geschichte der Unterscheidung von wie die Welt ist und wie sie nicht ist, eine Geschichte der Unterscheidung von logischen Folgen und Quatsch.
Wir wissen nicht, warum die Welt ist, wie sie ist, warum ihre uns zufällig erscheinende Physik A hergibt und Nicht-A nicht. Wir wissen nicht, warum Quatsch und Nichtquatsch sich unterscheiden, warum manche Arten zu denken plausibel sind und andere nicht. Und wir wissen nichts über die seltsame Entsprechung plausibler Gedanken und der Welt, in der plausibel abgeleitete Vorhersagen stimmen, und Quatsch eben nicht. Ein non sequitur kann so gut klingen wie es will, der Welt ist es egal: Es funktioniert nicht.

Und wir wissen, daß das so ist, weil es Glühbirnen gibt: Die Welt ist nicht feindlich. Im steten Licht der Flamme sind wir zu Hause, unser Denken passt zur Welt, kann sie vorhersagen und in ihr wirken, wenn es sich an die Regeln hält. Die Flamme der Vernunft ist kaum ein Fünkchen im gewaltigen Chaos der Welt, aber sie beleuchtet unsere winzige Ecke. Sie ist sehr zuverlässig.

Wo sie nicht leuchtet, ist die Nacht der Welt. Alles ist dort möglich, jeder Gedanke kann auf jeden anderen folgen, nichts ergibt eine Geschichte, nichts ergibt Sinn. Zufall und Grausamkeit herrschen im Dunkel, in der Tiefe, wo das Licht der Flamme der Vernunft nicht hinfällt. Und das Dunkel ist nicht freundlich.

10. The moon is dull. Mother Nature doesn’t call, doesn’t speak to you, although a glacier eventually farts. And don’t you listen to the Song of Life.

11. We ought to be grateful that the Universe out there knows no smile.

12. Life in the oceans must be sheer hell. A vast, merciless hell of permanent and immediate danger. So much of hell that during evolution some species — including man — crawled, fled onto some small continents of solid land, where the Lessons of Darkness continue. #

Die Flamme der Vernunft ist unser Tun in dieser Dunkelheit: Wir führen das Große Flammentheater auf, weil wir es können und müssen. Lassen wir nach, fallen wir zurück ins Dunkel, in die grausame Schönheit sinnloser, beiläufiger Gewalt, in den Egoismus von was-immer-sich-zu-einem-Ego-zusammenklumpen-mag für eine Weile, bis es selbst Beute wird.
Man kann nicht diskutieren mit der Dunkelheit, sie ist kein Text, der sich gefügig, müde vom Immergleichsein und neugierig, dekonstruieren ließe, sie ist nicht in unserem Kopf, und auch unser trotzigster, wütendster, stolzester Widerspruch, der doch unsere Eltern und Lehrer immer zu schrecken vermochte, berührt die Dunkelheit nicht in ihrer stoischen Tiefe: Wo das Licht der Flamme der Vernunft nicht hinfällt, haben wir keine Macht, und unsere Wünsche verfangen nicht.

II – Das Irrationale

Wir sind Kinder der Dunkelheit. Unser Egoismus ist wild. Unsere Lust, Glas zu zerbrechen, das Erreichte zu vernichten und hineinzustürzen in die Raserei der Verschwendung, der Auflösung, Entgrenzung und Vermehrung, ist Bedingung unserer Existenz. Wir begehren nicht im Licht der Flamme der Vernunft, wir können unsere Obsessionen nicht begründen, und wir haben besseres im Sinn als Ökonomie.

Das Irrationale begründet unsere Souveränität vor der Ökonomie: Wohl wissen wir, wie wir vernünftigerweise unsern Vorteil mehren würden, aber wir weisen eine Herrschaft der Vernunft zurück. Sie soll uns leuchten, wo wir sie brauchen, nicht zwingen. Wir bauen in ihrem Licht Tempel, um frei zu sein: Weil wir verstehen können, und um nicht zu müssen.

Die Kirche befriedigt nicht Erwartungen, sie feiert Geheimnisse.#

Das Sakrale — das Irrationale, vor dessen Größe wir in Ehrfurcht stehen — begegnet uns in Offenbarungen. Es ist einfach und nichtnotwendig. Seine Formen können nicht gegeneinander ausgespielt werden: Man kann Offenbarungen nicht begründen und ihre Wahrheit nicht diskutieren, vor allem aber kann man sie sich nicht aussuchen. Religionsshopping ist eine rationale Praxis, wenngleich eine verwirrte.

Das Sakrale markiert die Grenze zwischen der Dunkelheit und dem Licht der Flamme: Wir leben in diesem Zwischenreich — jede Intelligenz lebt in ihm. Eine Intelligenz ohne Sinn fürs Sakrale ist nur unterlegene, weil vorhersehbare Mechanik; die Annahme der eigenen kontingenten Existenzbedingungen und damit der Wille zum Irrationalen (KILL CONSUME MULTIPLY CONQUER) ermöglicht Heterogenität, Wahn und Tücke.

Die Flamme der Vernunft und das Irrationale erzeugen zusammen die Dynamik von Zufriedenheit und Hunger, Lust am Aufbau und Lust an der Zerstörung, Zuhausesein und Freiheit. Jeder Versuch, sich ganz auf eine Seite zu schlagen ist steril, eine Halbexistenz. Im Zwischenreich des Sakralen erkennen wir euphorisch im Licht der Flamme die Spuren des Verstreichens dunkler Zeit.

III – Die Erschöpfung, der Friede und der Kitsch

Die Dunkelheit ist ein schrecklicher Ort, und die Flamme der Vernunft, die sie fern hält, muß mit einer mühsamen, andauernden Anstrengung umsorgt werden. Wohl können wir uns bisweilen niederlassen in ihrem Schein, ein Buch aufschlagen, einen Film schauen, uns im Arm haben unter der Wolldecke, und Tee trinken: Aber wir wissen, der Irrtum lauert, und schon der nächste, so, ach! dringend nötige irrationale Tanz könnte uns verwirrt im Dunkeln zurücklassen.

Wir wollen Stabilität. Wir wollen Glück. Wir wollen Menschen nahe sein können, ohne uns fürchten zu müssen vor ihnen.
Es gibt zwei Strategien: Den Frieden und den Kitsch.

Der Friede ist das Ergebnis eines Vertrags. Er ist möglich als dauerhafte Existenz im Sakralen, genau auf der Grenze. In der zuverlässigsten Form: Vigil, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet. Meditation und Fegen. Zusammenführung des Irrationalen und Vernünftigen, alle Ausschläge auf ein regelmäßig häufiges Minimum gedämpft; Leben in Arbeit und/oder Gebet.
Weniger zuverlässig, da aufregender, aber einfacher und häufiger praktiziert: Übereinkünfte über das Verhältnis von Homogenität und Heterogenität, Vernunft und Begierden, Nähe und Veränderung, Grenzen für Vernunft und Irrationalität. Wie wir zusammenleben, ohne ständig alles kaputtzuhauen und ohne jede Veränderung zu verhindern.
The opposite of a trap is a garden: Ein Garten ist grundlos befriedete Natur, bedroht an seinen Außengrenzen und von innen, aber genau deswegen innen friedlich und frei; eine zerbrechliche Anomalie.

Der Kitsch hingegen leugnet den Unterschied von Dunkelheit und Flamme, mithin deren Existenzen. Er behauptet, alles sei gleichmäßig helles Licht und nur ein Großes Anderes hindere uns daran, das zu bemerken. Wenn wir nur das Große Andere austreiben könnten und das wahre Selbst und das wahre Universum und die Einheit der beiden erkennten, käme das Glück über uns und alles würde leicht, Wölfe lägen bei den Lämmern, niemand wäre je neidisch, eifersüchtig, verletzt oder verzweifelt, und alle würden Teil der Großen Universellen Liebe werden, die auch kein bisschen mühsam und bedrohlich wäre.
Kitsch ist das Leugnen der Existenz von Scheiße. Das Leugnen der Existenz von Scheiße, sagt der Kitsch, ist buchstäblich der Schlüssel zur Großen Universellen Liebe: Nimm einfach nicht wahr, was der Theorie von der Großen Universellen Liebe widerspricht, es ist alles eine Frage der Einstellung und nur das Große Andere erzeugt die Gedanken von Dunkelheit, Denkenmüssen, Schädeln im Wald, Büchern und Wolldecken und Gärten.
Diese Geschichte ist so verlockend, daß sie, mit wechselnden Gottseibeiuns-Großen-Anderen, immer wieder aufs Neue erzählt wird, manchmal von ehrlichen Leuten und manchmal von Leuten mit Interessen. Sie ist nicht widerlegbar – man ist nur die Stimme des Großen Anderen, wenn man auf die Unterscheidung von Quatsch und Nichtquatsch, auf die lauernde Bedrohlichkeit des Sakralen pocht.

The Lessons of Darkness, however, continue.

IV – Inscape

Diesen Eimer mit den Rostlöchern,
dieses Geräusch des Regens, und den feuchten Vorhang,
diese geblähte Wand,
den Blick über die Marschen, und den Fluß, diese Masse,
die reglos-kräftig lautlos und glatt nur durch einzelne Äste Bewegung verrät
will ich teilen.
Sonst will ich nichts teilen.

Link | 22. September 2015, 20 Uhr 33


Mehr Bilder, die mich verfolgen: Es sind also Marcel Ophüls‘ Filme Le chagrin et la pitié und The Memory of Justice, die ich vor über einem Jahrzehnt in einer langen Nacht, vermutlich auf XXP, bis in die frühen Morgenstunden geschaut habe; atemlos, ohne abschalten zu können, aber völlig erschöpft und mit der Absicht, am Tag darauf trotzdem gewissenhaft zur Uni zu gehen.

Immer wieder habe ich seit einigen Jahren versucht, mich an den Namen dieses nachtfüllenden Films zu erinnern. Vor einigen Tagen ist es mir gelungen: Es waren zwei Filme. Ich fand ein Fragment des selteneren, späteren, auf youtube. Dann, in der Hitze der vergangenen Julitage, habe ich beide Filme, insgesamt über acht Stunden, in verdunkelten Räumen noch einmal angesehen. Für Le chagrin gibt es ein ziemlich vernünftiges Torrent, von The Memory of Justice ist im Netz nur ein stotternder, von sehr schlechtem VHS-Material gezogener Rip zu bekommen, in dem alle hellen Flächen grün bluten: Als albträume das Material die traumatischen Bilder.

Diese Ophüls-Filme kann man als dokumentarische Gegenstücke zu Hans-Jürgen Syberbergs Hitler-Phantasmagorie sehen, und sie lösen einen ähnlichen, langsamen Schock aus, wohl weil in ihnen verständlich wird, was zuvor nur gelernt war.

Besonders im Gedächtnis geblieben waren mir beim ersten Sehen die Inneneinrichtungen der Häuser, in denen Ophüls seine Interviews in den sechziger Jahren führt: Die strahlende Kultiviertheit in den Räumen des bürgerlichen Maquisards in Clermont-Ferrand, und dieselbe Kultiviertheit in den Gesichtern seiner erwachsenen Kinder; die klobigen geschnitzten Dekore, eine religiös-finstere Burg-Ästhetik, beim ehemaligen OKW-Stabsoffizier Walter Warlimont; der bequeme Lesesessel von Lord Shawcross und die Blumen auf dem Beistelltisch. Und Speer, der aus dem Privatarchiv Filme vorführt: Seine Kinder im Schnee, und dann seine Freunde, die sich knuffen und an großer Tafel feiern miteinander (und von denen keiner mehr lebt, weil dieser Freundeskreis eben die Nazi-Führungsclique war).

Link | 8. Juli 2015, 22 Uhr 24


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Wir sind eben doch die Nemesis von jedem Pfeiffenheini.