Vigilien

is there any any? nowhere known some?

Alles in allem: Sechzehn Jahre Vigilien sollten bereits genug Korpus für ein solides GPT-2-Modell sein. Daß ein Verstummen, vielleicht in den 2060ern, nötig werden sollte, erscheint also schon heute unwahrscheinlich.

Berlin. Ich steige aus der S-Bahn, nehme die Treppe in Fahrtrichtung stadtauswärts und es riecht nach feuchtem Gras. Es ist nicht 1990, es ist nicht die M-Bahn, kein magnetischer Fluß fließt. Es ist nicht der Savignyplatz, mit den rußigen Baum-Muralen und den Antiquariaten. Es ist Treptower Park, Sommer 2019, und alles ist blau.

Der Park wogt, Gräser wehen und Pappeln. Ein Obdachloser scheißt von der Lehne der ersten Bank hinter die erste Bank. An der zweiten Bank machen vier vierzehnjährige, zwei Jungs zwei Mädchen, time of their life, ein TikTok. Am Wasser riecht es nach salziger Bratwurst. Am Wasser gibt es schlechten Apfelsaft in Plastikflaschen. Auch am Wasser ist es heiß. Ich trage eine weite Leinenhose und ein kragenloses Hemd und federe, Sektenführer spalanzani, und plane mein Godenholm, während ich durch den Park gehe und mich umschaue in der Vergangenheit.

Die im Sommer 2019 noch gültige Zukunft der Stadt war an der Warschauer Brücke zu beobachten, wo sie ganz bei sich war und bei was sie sein wollte. Das ist, vermutlich, vorbei.

[Turncoat]

Link | 17. Mai 2020, 0 Uhr 26 | Kommentare (0)


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