Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

… und dann kam das Radio zurück…

Link | 29. Juni 2005, 3 Uhr 14 | Kommentare (2)


Gewohnheitsmäßig und interesselos schaue ich Frauen hinterher auf der Insel im Neckar. Ein Typ grillt für sich und seine dünn & hauteng umkleidete Freundin, der Typ ist feist und grinst und hat zu Spitzchen gegeelte Haare mit dunklem Ansatz; ich bin so froh, ihn einmal nur abstrakt verabscheuen zu müssen. Auf der Mauer auf der anderen Flußseite: Röcke, Röcke. Wenn ich nochmal ein hübsches Wesen in diesen weißen, oft auch noch zu kurzen Mehrfachglocken-Röcken sehe, verliere ich a. den Glauben an den Rock als überlegenes Frauenbeinkleid und b. explodiert bei H&M eine Granate, ein geiferndes Bekennerschreiben wird auch gefunden.

Schläfrig, mit leicht tauber Nase und Drehen im Kopf liege ich da, es ist zu warm. Die Zeit vergeht unglaublich langsam, wenigstens eine Stunde lang sehe ich alle fünf Minuten auf die Uhr und denke: Noch zwei Stunden, irgendwie. Es ist zu warm, der Muschg kühlt zwar ein wenig, aber die Belämmerung bleibt, immer mal wieder ein Paar Beine in den Augenwinkeln, in Tübingen sind sie jung und tragen Röcke. Meine Abneigung gegen Tübingen ist immer Unsinn gewesen, beschließe ich. Nehme ich dann zurück, den Beschluß, ist mir doch zu anbahnerisch hier; Jungmänner der Republik, wenn ihr euch fortpflanzen wollt, denke ich, kommt nach Tübingen, fruchtbares Fleisch heißt euch willkommen, freie Auswahl, Wechsel jederzeit vor der Zeugung.

Mein Unwohlsein wird aber gescholten und nur der Hitze angelastet. Eigentlich ist alles gut, eigentlich sollte es doch so sein: Ohne eigenen Grund in irgendwelche Städte fahren, an ihren Flüssen herumliegen, lesen und zuschauen. Das ist doch hervorragend, und gleich vervielfacht sich auch die Minuten-pro-Stunde-Zahl wieder.

Neben dem Rechner steht ein herlitz-Locher mit Bravo-Stickern, die Joshua Cadison, Take That und Anna Nicole Smith zeigen. Ach, denke ich, mehr eigentlich nicht, aber die Stimmung beim Achdenken ist… wohl: vage erleichtert.

Drückend ist es, sehr drückend. Bis zum Gewitter, das nachts die Zecher unter dem Fenster verjagt. Ich werde wach, weil die Zimmertür aufgeht und E. sich ärgert, mit der Empörung eines Menschen, dem die Naturgesetze die Treue versagen: Ich habe diese Tür gerade abgeschlossen!. Ich blockiere die Tür, die sich wegen Kabeln nicht zuklinken lässt, mit einer Lampe und bekomme auch gleich eine ungeschickt-schläfrige kleine Kopfstreichelei als Belohnung. Draußen ist nur ein einzelner Zecher übrig, der sich mit erhobenen Armen ins Wassergepeitsch stellt, als wär’s nicht bloß ein Sommergewitter.

[Aber diese feisten Typen mit kurzen Haaren, nochsportlich, noch mit sportlichem Gehabe, prall in ihren Häuten und schon überall ausgedellt, mit Kind oder noch ohne, sportsport.]

Link | 25. Juni 2005, 10 Uhr 51


Oh, wie schön. Das vom Familienunternehmen produzierte mechanische (oder inzwischen elektronische) Klavier und der obskure Rechtsstreit mit dem Konzern (tm). Fröhliche Gespenster am Werk.

Link | 23. Juni 2005, 13 Uhr 01 | Kommentare (1)


Oder die seltsame Zeit, als ich gleichzeitig Power Glove von Rob in die Finger bekam und zum ersten mal vom Futuro-Haus hörte und für ein paar Wochen in eine Plastik-Euphorie verfiel, und dann kamen auch noch Ladytron daher und mir schien, als erzählten sie aus derselben Zukunft, und merkwürdigerweise passten auch I am Kloot dazu mit ihrem kommenden Sturm: Mir schien das alles so viel Sprengkraft zu haben, diese Zukünfte, die nicht nur aus Herausforderungen bestanden, sondern aus Versprechen und Abwechslung; Zukunft, die man herbeisehnen konnte, für die es nicht schnell genug ging, die schon projektiert worden war vor dem Rückfall, für die gebaut und geplant wurde aus einem Jahrhundert der dreckigen Utopien heraus. Und dann kam diese billige Retrowelle und entweihte meine Begeisterung, nahm ihr die Zukunft und den Anspruch und machte sie zu einem Berlin-Mitte-Scheiß, zu einer Hipsterwohnung in „Soloalbum“, dem Film.

Wenn ich heute leuchtende Augen bekomme beim Anblick von Plexiglas und Farben und runden Formen und obszönen Wohnlandschaften und kinetischer Kunst, dann werde ich verwundert und tadelnd angeschaut: Weißt du nicht, daß das Heil in der Vergangenheit liegt? Und ich versuche, leicht melancholisch, weil mißverstanden, zu verstehen zu geben: Daß es Zeiten gab, wo das nicht so war, wo man fiebernd an der Verbesserung-von-Allem arbeiten konnte. (Heute sind nur ein paar Rebellen noch damit beschäftigt.)

Mehr Futuro hier mit vielen Bildern, aber leider auch einem deutlichen Ufo-Mißverständnis. Dazu unbedingt hören: Den unfassbaren Power Glove von Rob, dann Tempovision von Etienne de Crecy, danach Playgirl von Ladytron und gern auch noch A man followed by his image von Jim Avignon (letztere leider per ITMS nicht zu haben. Säcke. Was denken die sich?)

[Der Tag, an dem ich Podcaster werden wollte]

Link | 22. Juni 2005, 16 Uhr 33


Auch lustig die Nacht, als ich, sonst eher nicht für derlei Enthemmtheiten und Musik bekannt, lauthals Reel Big Fish singend die Halle des ND-Heims durchquerte, schnippend, kickend und die Trompete pfeifend, und drei Frauen, die ich zu zwei Drittenln gut fand und vor denen mir das peinlich hätte sein müssen sich herdrehten und synchron fragten: Waschn mit dem los? — und ich grinsend in federleichter Drehung die Tür zuschnippsen, die Trompete abwarten und in die Skatanic-Schreierei einstimmen konnte: fuckin‘ bitch I love you I’m not crazeee

Link | 22. Juni 2005, 15 Uhr 52 | Kommentare (1)


Ich saß auf einer grünen Holzbank; ihre gefrorene Kälte war durch die Wolle spürbar. Ein geplatzter Mülleimer am linken Rand, ein schwarzer, verrenkter Baum am rechten Rand des Gesichtsfeldes und vorher noch eine ebenso schwarze Lampe mit Hut, so saß ich da. Auf dem Eis tanzte allein ein dick verpacktes kleines Mädchen, mit großem Ernst und vorsichtigen Schritten, Andeutungen der Pirouetten aus dem Sonntagnachmiitag-Programm. Kaum hörbare Kaskaden warmer Klaviermusik fielen von fern über den erstarrten Teich her und entmachteten die Krähen. Das war gut, damals.

Link | 22. Juni 2005, 15 Uhr 20


Versuchungen & blödsinnige Dinge, die fast zu verlockend sind und denen ich jede Nacht fast erliege vor lauter Quatschdrang, Teil 2:

Mein Weblog in „Kackstall“ umbenennen.

Link | 21. Juni 2005, 2 Uhr 24


Versuchungen & blödsinnige Dinge, die fast zu verlockend sind. Teil 1:

Den hier in die Linkliste aufnehmen.

Link | 21. Juni 2005, 2 Uhr 20


Na toll, es geht schon los: Noch keine vier Stunden gefeuert, und schon freue ich mich darüber, dass das ZVAB per Mail eine Bestellung ablehnt, weil das Buch schon weg ist: 40 Euro gespart, davon kann man dann ja, im Notfall, noch zwei Wochen leben. (Daß das Buch, über dessen Nicht-Kauf ich mich wegen plötzlicher, hochgradig alberner Hire-and-Fire-Arbeitslosigkeit freue, ausgerechnet der Arbeiter ist, das ist dann wieder so eine Sache, wo ich nicht entscheiden kann, ob mein Schicksal mich verspottet oder einfach eine coole Sau ist.)

Link | 20. Juni 2005, 21 Uhr 01 | Kommentare (15)


Klitsche.

[Also echt.]

Link | 20. Juni 2005, 16 Uhr 19


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