Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Sehen Sie, sagte ich zu Gibbs, wenn ein Mensch etwas will, wirklich will, dann hat das eine Größe, die ganz für sich anziehend ist. Dabei gilt, daß wirklicher Wille sich nie über die Grenzen der Möglichkeiten eines Menschen hinaus erstreckt — etwas zu wollen, für das das eigene Format nicht ausreicht, das ist alltäglich, aber dahinter ist keine Wille, nur eine peinliche Sichbesserträumerei.

Das Objekt wirklichen Wollens ist nicht klar formulierbar. Wir kennen diese Menschen ja, deren Entschlossenheit unzweifelhaft ist, habe ich zu Gibbs gesagt, während wir ihre Ziele nicht benennen könnten — wir trauen ihnen zu, etwas zu verfolgen, das niemand kennt und das sie selbst nicht gesehen haben — notwendigerweise, denn gäbe es einen Begriff, wäre das Unternehmen sinnlos. Es ist die reine Anwesenheit dieser Menschen, die die nebelhaften Objekte ihres Wollens glaubwürdig macht.

Den wirklich Entschlossenen eignet also eine Offenheit und Wahrnehmungsfähigkeit, eine unbestimmte Unruhe, und eine kompromisslose Bereitschaft, zusammenfassend: Jugend. Die Wirkungen der Gewalt, die von ihrer Unbedingtheit ausgehen, sind nicht zu tilgen; es handelt sich dabei um menschliche Tatsachen. (Und die sind selten.)

Gerade wenn man sich Kunst (oder Kritik) anschaut: Die Grenze zwischen Bullshit und Substanz verläuft genau entlang der Entschlossenheitsverwerfung. Will der was? (im genannten Sinne) — oder könnte er das auch ebensogut lassen, für die nächstbeste Eitelkeit?

Link | 25. Oktober 2008, 12 Uhr 47 | Kommentare (2)


2 Kommentare


Das ist glaubwürdig, gut, schön und tröstlich.

Comment by froschfilm | 14:32




Wenn das stimmt, bin ich ein Idiot (oder jedenfalls alltäglich und niemals ein Künstler). Ich hoffe also, dass es nicht stimmt.

Comment by Lars | 20:46