Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Oder die seltsame Zeit, als ich gleichzeitig Power Glove von Rob in die Finger bekam und zum ersten mal vom Futuro-Haus hörte und für ein paar Wochen in eine Plastik-Euphorie verfiel, und dann kamen auch noch Ladytron daher und mir schien, als erzählten sie aus derselben Zukunft, und merkwürdigerweise passten auch I am Kloot dazu mit ihrem kommenden Sturm: Mir schien das alles so viel Sprengkraft zu haben, diese Zukünfte, die nicht nur aus Herausforderungen bestanden, sondern aus Versprechen und Abwechslung; Zukunft, die man herbeisehnen konnte, für die es nicht schnell genug ging, die schon projektiert worden war vor dem Rückfall, für die gebaut und geplant wurde aus einem Jahrhundert der dreckigen Utopien heraus. Und dann kam diese billige Retrowelle und entweihte meine Begeisterung, nahm ihr die Zukunft und den Anspruch und machte sie zu einem Berlin-Mitte-Scheiß, zu einer Hipsterwohnung in „Soloalbum“, dem Film.

Wenn ich heute leuchtende Augen bekomme beim Anblick von Plexiglas und Farben und runden Formen und obszönen Wohnlandschaften und kinetischer Kunst, dann werde ich verwundert und tadelnd angeschaut: Weißt du nicht, daß das Heil in der Vergangenheit liegt? Und ich versuche, leicht melancholisch, weil mißverstanden, zu verstehen zu geben: Daß es Zeiten gab, wo das nicht so war, wo man fiebernd an der Verbesserung-von-Allem arbeiten konnte. (Heute sind nur ein paar Rebellen noch damit beschäftigt.)

Mehr Futuro hier mit vielen Bildern, aber leider auch einem deutlichen Ufo-Mißverständnis. Dazu unbedingt hören: Den unfassbaren Power Glove von Rob, dann Tempovision von Etienne de Crecy, danach Playgirl von Ladytron und gern auch noch A man followed by his image von Jim Avignon (letztere leider per ITMS nicht zu haben. Säcke. Was denken die sich?)

[Der Tag, an dem ich Podcaster werden wollte]

Link | 22. Juni 2005, 16 Uhr 33