Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Wieder am Netz, und wie mühselig die Versuche, das ohne elektronische Kommunikation und Telefon komplett implodierte alte Leben wieder aufzunehmen, die Liste der Dinge die, undsoweiter.

Ersatz-Voyeurismus: Vier Wochen ohne Weblogs und ich interessiere mich für die Leben meiner Nachbarn, die da drüben ohne Vorhänge ihre Jungleute-Leben führen und für die ich nur ein dunkles Fenster in der langen Front auf der anderen Straßenseite bin; die Verlockung, ihnen zuzuschauen, ihre T-Shirts zu entziffern, sie beim Rauchen oder Lesen auf dem Balkon anzuschauen, wenn sie stillhalten und entspannte Privatgesichter zeigen, ein PowerBook auf dem Schreibtisch und zwei Bier. Hin und wieder: Eine unbedeutende, immerhin rare und also wertvolle Nacktheit oder eine lange Umarmung und die Andeutung einer fordernden Berührung zwischen zwei Küssen. Und totale Stille dazu. Völlig unmöglich, wegzuschauen.

Das hat mit Sehnsucht zu tun und mit der Chance für Projektion, es ist dasselbe wie hier im Netz: Die stillen Lebensfetzen dieser schönen Menschen lassen sich leicht zu Glück kombinieren — zu einem Glück, an dem nicht teilzuhaben ist, weil man alleine am Fenster steht und nichts tun kann. Abgesehen davon, an einem Glas Wasser zu nippen und zu versuchen, das alberne und aufdringliche Wort „Scheitern“ aus dem inneren Monolog herauszuhalten.

Link | 16. September 2005, 10 Uhr 45