Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Am Morgen des einundzwanzigsten Dezember Zweitausendzehn erwachte ich also in der chinesischen Stadt Shanghai im elften Stock. Zwischen und über den Hochhäusern des Panoramas lagerte ein gelber, sonnig zerlaufener Dunst, und die heimat- und ruhelosen lokalen Geister wirbelten mit blechernem Klang in den Rolltreppentrichtern und Aufzugschächten der Wabenstadt. Im Aufwärtssog durcheinander flog ein Gemisch aus allen Kosmetika dieser Welt und dem unverkennbaren Geschmack der toxischen Kloake, in der die Häuser ihre frierenden Wurzeln baden und auch die Restaurants der Eliten den Reis kochen. Mein apokalyptisches Weltbild, das nicht mit der Katastrophe rechnet, am wenigsten mit der ökologischen, sondern nur das langsame, selbstvergessene Verlöschen des Menschen feiert, lächelte ruhig in den Dunst hinaus.

Link | 21. Dezember 2010, 4 Uhr 24 | Kommentare (2)


2 Kommentare


Man könnte stundenlang stehen bleiben, an solchen Fenstern, die sich allesamt nicht öffnen lassen.

Comment by zak | 07:27




wer gerne postkarten bekommt. bitte widersprich nicht. ich weiß es.

Comment by und stets denkst du daran... | 18:41