Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Seit zwei Stunden loopt irgendwo im Betonhaus My Way, die verzweifeltste unter den Hymnen der Selbstbehauptung, der schmerzhafte Beweis der These, daß diejenigen ein bestimmendes Selbst brauchen, die keinen Geschmack haben an Dingen und Menschen. (Kinder, die mit 40 erfahren, aber nicht begreifen, daß es nicht reicht, zu fordern, sondern daß man sich verhalten muß, bekommen feuchte Augen bei diesem Heuler, alkoholentschuldigt, und sehen sich tapfer anstehen, eine felsenhafte Gestalt im Ansturm der finsteren Weltunbillen.)

[Nachsicht und Ablehnung. Aber Ablehnung. Weil sich Elend überträgt, in meinen privaten Raum überträgt, für den ich an ein Recht auf die notwendige Illusion von Würde glaube; Daseinsgrund des heiligen Wohnraumes. Der genau der Raum ist, in dem ich das Maß an zu mir kommendem Total-Mißverständnis normalerweise selbst regle, über ein Potentiometer.]

[Der Überhebungseintrag, ein überschätztes Genre. Bei Männern: „Der armselige impotente Diesunddas vor mir im…“ bei Frauen: „Neulich hab‘ ich ja einen gedatet, der hatte in seiner Wohnung nichmal… nie wieder angerufen…“. Große Comedyerfolge. Wendet sich aber gegen einen selbst, wenn man sowas sagt, nichwahr. Muß man also so einen drecksmusikinduzierten Selbsthaßmoment abwarten ‚für.]

[My way, my way, my way. Fuck it. Niemand interessiert sich dafür. Geh scheißen, falls Du nicht eh schon baumelst.]

Link | 18. Januar 2006, 15 Uhr 44