Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Ich weiß wahrhaftig nicht, wann das gewesen sein oder wie das gekommen sein soll, aber es gab eine Zeit, da mir eine Kneipensitzerexistenz plausibel vorkam: Man geht mittags hin, seilt sich an vier Fingern langsam hinter einen Tisch; der Tisch hat vertraute Holzrillen und riecht heimelig. Man fängt an zu trinken, irgendwann kommen die anderen und trinken mit, alles ist vertraut, jeden Tag geht das, manchmal fehlt einer für eine Weile, weil er in Urlaub ist oder im Krankenhaus. Das ist natürlich keine Existenz, der ich jemals irgendwie nahe gekommen hätte sein können, natürlich, aber es gab eine Zeit, da sie mir plausibel erschien, ein gutes, angenehmes System, das im Zweifel immer noch ging, etwas, worauf man sich immer noch freuen konnte für den Fall der Fälle. Das kommt mir heute absurd vor, daß mir die Kneipensitzerexistenz plausibel vorkam, und ich hänge dieser Plausibilität nostalgisch ein wenig nach; ich frage mich, ob das eine Beschädigung ist, daß ich das verloren habe.

(Ich frage mich natürlich, ob der Plausibilitätsverlust symptomatisch ist, also: ein simpler Klassenverrat, oder eher Verlust des Gefühls für die alte Zeit, als man ein simples Gutertypsein noch vor der Kapitaltotalen schützen zu müssen und zu können glaubte, oder vielleicht ein Verlust des Verständnisses für die Zeiten vorher, weil man, könnte man konstruieren, in der Kneipe ja den vergangenen Zeiten nachhinge, in denen die Natur noch vorkam und mit der ebenfalls vorkommenden Seele über das Gefühl verbunden war. BRD-Fragen wieder, Bonnfragen.)

Link | 10. August 2012, 0 Uhr 58