Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Und in der Nacht überfiel mich dann meine persönliche Mythologie: Verbrachte Zeit mit diesen Leuten und wechselte ins Präsens, in einem Haus im vagen Nachbarort eines noch viel vageren Wohnorts, jedenfalls nicht meinem; und alle sind so verdammt gut angezogen; das passt nicht zu den Möbeln dort; besser so, denn die bewegen sich mehr als ihnen gut tut im Folgenden; einer liegt quer über einem von denen und rezitiert irgendwas, das sich nie konkretisiert. Alle da, die sozialen Verhältnisse jedoch intakt, manchen nähert man sich also nicht, weil die so coole Hunde sind, die coolen Säue; so leicht traut man sich eben nicht. Einer von den älteren Größen mit Dreitagebart hält konsequenterweise gleich richtig Hof nebenan, es ist aber angenehm. Mit denen, die man kennt: In der Küche auf klirrenden Kisten, irgendwann aber wird die Musik von nebenan zu gut; dann unscharfe Bilder und Körper. Die Jungs, unehrlicherweise zuerst erwähnt: überwiegend mit Bügelfalte, also die Schritte aus den Hüften, der Stoff zieht nach und die Bewegungen ohne Getappse und Geschlackse und Geknicke; die Frauen: Mit allem, was hilft beim Wegdrehen aus der Tanzbewegung und Ich-weiß-übrigens-was-ich-da-grade-mache-Lächeln, schau’n Sie nach in den Videos von Roisin Murphy. Handkamera, geht nicht mehr ohne. Ein Rotweinbecher leckt und wird weggestellt. Mehr oder weniger heimlich sind wir alle in die Gastgeberin verschossen, eine Unbekannte mit wenigstens charlottehaftem Indie-Charme, die dann auch genau weiß, wann sie Jolene spielen muß, um den Raum in einen Ausbruch von Kraft auseinanderzufetzen und mich, wenig später, mit wild schlagendem Herzen, in den morgendlichen Himmel über Berlin quasi zurückzuknallen.

[Wolken über den Dächern, spätwinterlich, schon sehr hell in der Straße, die matt da liegt und nur ab und zu zischt, um auf die Stille aufmerksam zu machen.]

Link | 12. Februar 2006, 22 Uhr 14