Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Das gehört alles zusammen: Die Farben, die nicht erst auf dem Material so geworden sind, sondern wirklich so waren in diesen Jahren, ich erinnere mich; dann die von frühen Reisen vertrauten roten Mauern des äußersten Südwestens; die kleinen, unspektakulären Museen, Scherenschnitte und Dichterseidenstrümpfe. Ein Tschilpen, viel schwankender Löwenzahn, die Kleidung, die langen Einstellungen, durch die immer erst der Wind darf vor dem Schnitt. Und das eingefasste, sorgfältige, durchrhythmisierte Deutsch, erkennbar geschult an Goethe und Büchner, die immer auch selbst zu Wort kommen. Jeden Satz möchte man mitschreiben, weil er zu schade scheint für’s Fernsehen. Ich denke mir: Die greisen Autoren dieser Filme sitzen täglich bitter in erbsgrünen Samtsesseln und sehen fern; ihre Überlegenheit würgt sie, sie wären so gern nur altes Eisen.

In jedes Bild möchte man sich hineinsetzen, den Rucksack ins Gras stellen, einen schalen Schluck Wasser aus der Flasche trinken, einen Keks essen, einen Keks weitergeben, surrend müde die Füße. Später schweigend einen Rotwein auf einer Restaurantterasse (mit Sinalco-Schirmen?), bis es kühl wird.

Alte „Reisewege zur Kunst“ auf BR alpha.
Nicht aus Sentimentalität, nicht einmal als Kontrast. Diese Sachen sind gut. Sie erzählen von der ruhigen Begeisterung der europäischen Intelligenz für den ungewohnten Frieden, der plötzlich eingekehrt ist und der festgehalten werden soll in jedem Bild, kostbar, sommerlich und im Bewusstsein kultureller Höhe.

[Wie schal das Gewäsch von der neuen Bürgerlichkeit davor sofort wird.]

[Es ist… ein Heimatlied.]

Link | 17. März 2006, 23 Uhr 59