Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Es beginnt alles, das ist klar, mit einem Haus. Das Haus muß groß genug sein, um eine Party zu feiern, die aus 4 sich nicht überschneidenden konzentrierten Gesprächen oder Vorträgen besteht. Es muß ein Klavier und eine Küche geben, eine Terrasse und einen Garten, und ohne alte Bäume vor den Fenstern ist das Haus nicht zu denken. Das Wichtigste im Haus, neben Sofas und Licht, sind die Bücher, ans Haus gebunden durch ein Exlibris, überall im Haus zugegen, in Nischen und auf Lehnen, mit thematischen Mäandern, denen man in der Haustopologie, wochenlang von Sessel zu Sessel sich lesend, folgen kann.

Ein solches Haus muß erreichbar sein für die Freunde, die, in Gruppen oder einzeln, eintreffen und für ein paar Tage bleiben, Phasen wechselnd konfigurierter Einsamkeiten, und, an einem Kamin oder im Garten, sprechen oder vortragen.

Das ist das Grundmodell, dessen Pathologien bekannt sind und das darüber seine Attraktivität nicht eingebüßt hat: Als Bildungs- und Sinnphantasie, Möglichkeit eines Rückzugsorts ins Kontemplative, Bedingung einer nicht selbstzerstörerischen Produktivität.

Nach der Errichtung des Hauses sind die Tempel an der Reihe, funktionslose Kraftorte einer säkularen Mystik.

[decodieren, einpassen]

Link | 10. Juni 2018, 21 Uhr 55 | Kommentare (3)


3 Kommentare


ie immer: Eine Freude! Welche eine Freude! Danke!

Comment by ben_ | 08:39




Das ist Gut Schloss Golm für Bildungsbürger. Fast. Oder dieses Haus aus dem guten Film „call me by your name.“ Nur mehr Bücher.

Comment by froschfilm | 21:17




Solche Häuser kenne ich von früher, Häuser von Eltern von Freunden oder Freunden der Eltern. Niemand in meiner Umgebung führt auf diese Weise ein großes Haus, sehr schade

Comment by Modeste | 23:28