Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Alleebäume und die Straße dazwischen, zu schmal, um eben zu sein.
Ein Schornstein rechts und ein kaputtes Dach.
Gras, vereinzelt hoch; man kann die Rispen abziehn im Gehen.
Ein ausgeblichener Briefmarkenautomat (schon wieder in der Sonne).
Die Briefmarken, die er druckt, sind no-nonsense.
(Ich brauche keine Briefmarken, aber ich stecke sie ein.)
Auf meinem Ausweis sehe ich jünger aus. (Krasser, sagen sie.)
Vielleicht ist es ein Bach, den man hört.
Falken. Krähen wie immer.
Ein weißer Opel.
Geparkt an der Mauer: Ein Mercedes.
Zwischen Gußeisen und Ziegelmauer passe ich knapp.
Ihre Körnigkeit an meiner Wange und, anders, in den Handflächen.
Damit haben sie nicht gerechnet. Macht auch nichts mehr.
Ein Stück Kuchen?
Die Terrasse, eingefriedet mit niederen Betonsäulchen.
Die Post sucht brummelnd den Automaten auf.
Meine Hand mit der Gabel riecht nach Gras.
Ein einstöckiger Landstrich.
Manchmal sieht man das leere Haus für einen finalen Rückzug.
(Zwischen zwei Bäumen halb im Dunkel.) Vierzig Jahre zu jung.
Das Dach ausbessern und die Fenster. Efeu und Kraut bleiben.
Die umgestürzte Schale wird nicht aufgestellt.
Sie haben Wegweiser, blau mit weißem Rand.
(Für Fremde.)
Auch einen Brunnen. (Rostiger Stahl, der Künstler wohnt außerhalb.)
Ein geschlossener Kiosk. Langnese.
Verzinkte Modernität und Bitumen noch schwarz. Drahtgittersessel.
Ein Tetrapack, eine Wespe.
Vertraut die Griffe im Kässbohrer und der Geruch nach Staub-im-Stoff.
Der Fahrer spricht nicht, er hat eine glitzernde Kasse mit großem Display.

[Offene Tage]

Link | 28. September 2006, 1 Uhr 19