Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Bei etc.pp ein seltsam beunruhigender Text.

Das ist es eben, bei diesen fotographischen Madeleines: Daß zum Zauber des verlorenen Combray noch der Linsen-Blick eines Menschen kommt: Unheimlich, wenn es nicht der eigene ist. Man ahnt ein Glück darin, furchtbar fern und fremd, und weiß nicht, wie man davor bestehen soll.

Es hilft nicht zu wissen, daß die Vergangenheit selbst nur Alltag war und ihre schreckliche Größe nie bemerkt wurde. Die Macht, mit der sie auftaucht, hinterlässt diffuse Traurigkeit und ein Gefühl des Versagens vor der Zeit, oder eine ebenso unbestimmte Wut auf die eigene Unfähigkeit, den Guten wenigstens hin und wieder diese larger than life-Momente zu verschaffen.

Seit Jahren drücke ich mich darum, fotographiert oder gefilmt zu werden, es ist beinahe lächerlich, mache mich unsichtbar für alle zukünftigen Vergangenheiten, habe Angst vor diesen leicht dahinfotographierten Bildern von Alltag und Ausnahme. Angst vor dem, was ich geworden sein werde, für die Menschen, die mich heute gerne fotographieren möchten. Es ist besser, scheint mir, vergessen zu sein, der Schatten zu sein, der nie im Bild ist und mit Mühe dazuerinnert werden muß, als ein „Ach, damals war er noch…“ zu werden.

Link | 29. Mai 2004, 14 Uhr 16