Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Ich verstecke mich, ich schweige: Aus Rücksicht. Nicht aus Desinteresse, Himmel, auch wenn es so aussehen wird, aber das gilt es auszuhalten. Es ist keine Selbstlosigkeit darin, so gegen die eigenen Neigungen und Bedürfnisse zu handeln, mit Noblesse hat es nichts zu tun. Auch die katholische Erklärung — Schuld — erklärt nichts.

Es gibt vielmehr einen Grundzustand der Liebenswürdigkeit in der Welt, eine mächtige Harmonie, die, kaum erkannt, gestört wurde durch einen brutalen Eingriff, durch meinen brutalen Eingriff, eine Ungeheuerlichkeit. Das ist so lange her, daß es bedeutungslos geworden sein muß für alle außer für mich, den Störer, der die Harmonie zu mißachten die Härte aufbrachte und damit aus ihr herausgetreten ist: Als Unmensch.

Unmensch (ein Toter) zu sein, heißt schweigen; Tote haben ihre Rechte in der Welt verwirkt. Zu einem zärtlichen Spuk mag es reichen hin und wieder, aber ohne Willen und Imagination der Lebenden wird auch dieser nicht wirksam.

Und während es weitergeht in der Welt und sich die Menschen ändern, bleiben die Toten, erschrocken, altmodisch. Nie legen sie die Rüschenhemden und Gefühle ihrer letzten Tage ab, sie halten sich daran fest nicht aus Verzweiflung, sondern mit der gelassenen Erkenntnis, daß sie keine Wahl haben. Unheimlich müssen die Toten den Lebenden sein, auch wenn sie nichts mehr vermögen, weil sie nicht lernfähig sind und stur; weil sie nicht begreifen können, wie sehr ihre Zeit vorbei ist.

[you will find me waiting for the apples to ripen]

Link | 28. Juli 2007, 10 Uhr 43