Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

ich weiß nicht einmal mehr, ob Zeit vergeht (siehe Metadiskurs Wiederholung): ich kann das Bedürfnis, zu schweigen, nicht unterscheiden vom Bedürfnis, die Sprache in Ordnung zu bringen, jeden einzelnen gesagten Satz herzunehmen und in Gründlichkeit zu walken, bis er präzise und wahr wird (was man die vollständige Sprechaufgabe nennen könnte: Alles auszusprechen, und zwar in wahr).

Das Falsche (lauernd: IRRTUM) ist immer präsent in diesen abstrakten Begehren, es bildet den rauschenden Hintergrund der Expansion — und darum ist das alles ein Knoten, der es nicht überstünde, wenn das tägliche Tun den Zug lockerte. Ob ich mir eine Lodenhose machen lasse (ich lasse mir eine Lodenhose machen) ist beispielsweise nicht relevant: Ich werde einige Jahre in einer vermutlich vorzüglichen Lodenhose verbringen, sie wird in den Fluß der Dinge um mich her eingehen, der Gletscher wird sie wälzen und schließlich in einer Seitenmoräne ablagern — vermutlich in der Kiste mit den Pinseln und leckenden Terpentinersatzdosen.

Es vergeht also keine Zeit, nur die Umwälzung der Dinge vollzieht sich: Ich warte auf nichts bestimmtes, ich warte ohne den Glanz einer Erwartung: Es soll mir etwas geschenkt werden, das ich nicht kenne, ich kann es also nicht begehren. Der Fortschritt selbst langweilt mich, ob ich mich in einem Zeitalter der Röhrenmonitore (und der knisternden Fernseher) befinde oder in einer Ära, in der der Putz an den Häusern hält und das Wort „Wikipedia“ bedeutsam ist, ist wirklich nicht besonders interessant.

(Sicher ist, daß das Private eine neue Form von Schutz genießt: Die Unfähigkeit der Welt, es zu lesen — das ist keine Klage, im Gegenteil.)

Link | 20. Oktober 2009, 22 Uhr 42 | Kommentare (12)


12 Kommentare


Eine Lodenhose, Herr Altkanzler? Wenn Sie anfangen, auf Hirsche zu schiessen, dann sagen Sie bescheid. Leider sind die Kurse, in denen man die korrekten Fangstöße erlernt, schon voll mit zukünftigen Förstern und Juristen, hat mir ein Teilnehmer erklärt – vor den einen müsste man sich schämen, vor den anderen – ja, ich weiss nicht was.

Comment by E. | 11:55




Es wird keine jagdliche Lodenhose. Es wird eine eher elegant-urban-robuste Lodenhose, falls es so etwas gibt. Der Schneider ist aber Bayer, daher.

Höre ich da eine Neigung zu Jagd, Wald und Waffen?

Comment by spalanzani | 12:06




Lodenhose. Lodenhose. Lodenhose.

Comment by zak | 12:27




Es muss natürlich keine Jagdhose sein – Loden-Frey ist ja kein Jagd- sondern ein Herrenausstatter, bei dem die Hemd/Krawatte-Kombinationen um die 100 Euro anfangen.

Mir gefällt ja auch nur die Vorstellung, jetzt mit einer Thermoskanne draussen zu sitzen; Ich bin nicht sicher, wie es mit dem Jagen aussieht, aber Kleinwaffen – natürlich! Ein Bereich, der noch nicht vollkommen vom Digitalen übernommen ist. Analoge Hieb- und Schussverletzungen kommen dem Technomantiker sehr entgegen.

Comment by E. | 13:09




Mit der Lodenhose gegen die Lauen.

Comment by goncourt | 12:26




Wenn jetzt noch einer „gemischtes Doppel“ sagt — (gluckst)

Comment by spalanzani | 12:57




Gleich zieht Leutnant Jünger die Lodenhose aus.

Comment by zak | 19:33




„Für den feinen Loden von Lodenfrey werden nur ausgewählte Schafe geschoren. Und zwar nur dort, wo die Wolle am Feinsten ist. An Flanken und Schulter“

Für Ihre Hose, Herr Spalanzani, werden ein paar ausgewählte Schafe eine Zeitlang ziemlich komisch aussehen.

Comment by goncourt | 22:07




„Eine ›Charakterologie nach Hosen‹ sei geplant, samt einem ›Anhang über die Schuhe‹. Zum Essen habe er keine Zeit; morgen vielleicht.“

***

Ein Fehler war es , die Relevanz Ihrer Hosen zu unterschätzen, die doch die Menschen bewegen; Ich hoffe, das sehen Sie jetzt.
Wegen lächerlicher Schafe sollten Sie sich allerdings keine Vorwürfe machen: Sicherlich wird die weniger feine Wolle noch für Discounter-Zwecke Verwendung finden können. Lidl-Loden – es sei denn, die ausgewählten Schafbauern würden durch Knebelverträge gebunden.

Comment by E. | 23:48




Ich stelle mir erstklassig pudelig in der Landschaft herumlümmelnde Lodenschafe vor.

Comment by spalanzani | 00:14




Ihre Fantasie müsste man haben

Comment by E. | 00:36




OMG! Deckhengst „Platon“!

Comment by goncourt | 17:13