Vigilien.

is there any any? nowhere known some?

Eine Ausfallstraßenlandschaft: Gehsteig mit dünnen Linien von Gras zwischen den Steinen, fleckige Laternen. Fest, auf der anderen Seite der vierspurigen Straße, das Hochhaus aus Fenstern, weil es aus einer Zeit stammt, in der man sich über Fassaden nicht viele Gedanken gemacht hat. Dopplereffekte schnell vorbeiziehender Fahrzeuge, Plastikfolie in den Sträuchern. Die Stadtgrenze ist nah, die letzten Gebäude sind jung, funktional, nicht hässlich und etwas verloren. Danach flaches, weites Land, lange niedergeregnete Gräser liegen grau in der Kälte, einzelne Halme lassen zottlige Köpfe hängen. Eine diesige Sonne über dem Hochhaus; das Gefühl von Unausgeschlafenheit in den Augenwinkeln, ein Frühstücksei schmeckt leise und dumpf durch die Zahnpasta.

[Was ich hätte bemerken müssen]

Link | 16. März 2007, 14 Uhr 13 | Kommentare (3)


3 Kommentare


18.09.2004; waren sie das?

http://www.erratika.de/verstreut/686/

Comment by kunstbetrieb | 15:50




Weiß Gott, das wäre ich gern gewesen. Überhaupt denke ich immer, wenn ich was von the frank sehe: Wenn ich groß bin, will ich mal so eine coole Sau werden.

Nein, anderer Monat, anderes Jahr, andere Stadt. Andere Stimmung auch: Ich war nicht spaziergängerisch unterwegs, ich hatte ein Ziel und einen Grund, diese Straße lang zu gehen — statt einer Entschuldigung in Form eines Wahrnehmungs-Vorhabens, meine ich. Nein, ich war an dieser Ausfallstraße eben nicht herausgetreten aus dem Leben zur Beobachtung, sondern drin, ganz und gar im Leben angekommen in diesem Moment, alles lächerlich zufällig, was machte ich nur an diesem Ort?, alles verrückt konsequent, wo sollte ich sonst sein?, ohne irgendeinen Rest von Schwere.

Comment by spalanzani | 01:59




also; dimension und totalität?

Comment by kunstbetrieb | 14:33