midnight in …

… Paris ist unglaublich nett. Und unglaublich seicht. Die Leistung Woody Allens besteht darin, dass er das kann. Einen unglaublich netten und seichten Film machen. Im Grunde ist Midnight in Paris einfach nur eine perfekt besetzte Fingerübung, eine Spielerei, die von einem einzigen Grundgedanken ausgeht, der  schon tausendmal gedacht wurde. Wie wäre es, in einer anderen Zeit zu leben? Jedem anderen Regisseur hätte das wahrscheinlich das Kreuz gebrochen, aber was macht Gott?  Er strickt einfach eine zum Schreien klischeehafte, sich selbst zitierende Story drumherum und erzählt sie dann mit der souveränen Grandezza eines in die Jahre gekommenen Magiers. Klar, man kennt alle seine Tricks. Aber er kann sie einfach so gut. Und er müsste nicht zaubern, er müsste keinen so unglaublich netten und seichten Film machen. Und wir wissen das und er weiß, dass wir das wissen. Je länger der Film dauert um so stärker hat man den Verdacht, dass Woody mit den geneigten Zuschauern spielt, dass er im Grunde eine unverschämte Freude daran hat, sie auf eine waghalsige Achterbahnfahrt auf den Grenzen zum guten Geschmack zu schicken. Und immer dann, wenn es gefühlt keinen Ausweg  mehr aus der Kitsch- und Trashfalle gibt, dreht er ab.  Elegant, mit einem Schnitt, einem Witz oder einem kleinen glitzernden Überraschungsei, das uns da aus diesem Paris-Postkartenidyll vor die Füße kullert. Augen auf.

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