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2004.09.10 | 04:39 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Nichts als Gespenster I

Die Fahrt geht über Hügel und Berge, an diesem Tag des vorangekündigten Herbstes und sich letztmalig aufbäumendem Sommers, der mit Licht um sich wirft und blendet, was nicht schnell genug wegsehen und sich verschließen kann. Und auch durch sie hindurch. Neben kleinen Dörfern, denen der Tod die Dächer anmalt und grünem Gestrüpp, das sich zu Wäldern formiert, bestimmen immer wieder orange leuchtende Tunnel das, was sich Richtung nennt und dem Weg voraus läuft. Auf dieser Reise in das, was war und das, was ist. Ein Sog entwickelt sich von selbst und ich verstecke nicht meinen Kopf, lasse nicht meine Hände fallen – ich sitze aufrecht und ergebe mich dem Ziehen, während sich meine Haut erwärmt. Unter den Bergen lausche ich den Geräuschen, dem Rauschen und dem Surren, rieche Benzin und Stein im Fahrtwind. Bis die Öffnung wieder blinzeln lässt. Irgendwann dann, nach weißblauen Prestigehimmeln über goldenen Wogefeldern, trägen Bauernpärchen, die am Straßenrand entlang trotten und Ahnungen von Maßkrügen in der Luft, winkt plötzlich die alte Stadt am Horizont und will Ziel genannt werden, die Türme erheben sich über die Dächer und der Motor erstirbt.

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