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Befindlichkeiten


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2007.02.23 | 09:14 | Notizbuch PERMALINK  |  TRACKBACK
SIN – JFK

Ultralangstreckenflüge. 18 Stunden in der Luft. Das Passieren der Datumsgrenze, der Verlust des Samstages. Das Unterdeck mit den Schlafkabinen. Die Lounge. Die zwei Pilotencrews, der Ruheraum. Die fehlenden Uhren. Das Notfalltraining, die Entfernung zum nächsten Flughafen über dem Pazifik. Die andere Qualität der Einsamkeit. Der unveränderliche Anblick der Tragflächen, der Triebwerke und des Himmels. Die andere Maserung des Meeres. Die Erinnerung. Die Länder. Die Landschaften. Die Karten. Das Verstehen des Schweigens. Die Merkwürdigkeiten der Gehirne. Während ich fast starb, wuchs in Dir ein neues Leben heran. Die längste Nacht unseres Lebens. Der gesamte Flug findet in völliger Dunkelheit statt. Der Kabinencrew wird ein spezielles Schlaftraining angeboten. Die konstante Abwesenheit des Morgengrauens. Viele Passagiere schlafen noch oder schon wieder. Ebenfalls wieder sieht man Hermann Freidanck, mit Plastikhaube auf dem Kopf, in der Großküche stehend. Im wärmenden Glimmen der Kleinbildschirme.

2007.02.19 | 14:02 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Es ist alles so einfach

Aggiornamento

[...] Das hier war nicht Indien. Wir tranken das Bier, das wir seit Wochen tranken, wie stets aus Wassergläsern, rauchten Mentholzigaretten aus Japan, sprachen über die Eigenheiten der Schinkengasse auf der Inselseite der Stadt, fragten uns, ob die Straße unten noch voller von Menschen geworden sein mag und was wir mit ihnen gemeinsam zu erwarten hätten. Wir bezahlten ungefähr nichts für hervorragendes Essen. In eineinhalb Stunden würde das neue Jahr beginnen. [...]

Jens Thiel, 18. Februar 2007, 17:44 Uhr

2007.02.16 | 17:54 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
Tisch und Bett

Erst als ich die Schrift auf dem Korken entziffere, wird mir klar, dass vielleicht etwas weniger Selbstverständlichkeit bei der blinden Weinauswahl angebracht gewesen wäre, mal ganz unberührt von der defekten Glühbirne im Keller. Das Etikettendesign des kleinen Weingutes hat sich wenig verändert in den letzten Jahrzehnten und wenn man nicht genau hinsieht, kann es schon passieren, dass die dritte Ziffer des Jahrgangs für eine Null gehalten wird, auch wenn es sich eigentlich um eine Acht handelt. Und tatsächlich macht dies nicht nur im Preis einen Unterschied, sondern auch im Geschmack. Und so wird das Teuerste an diesem Abend nicht die Doinel-Kollektion aus dem Hause Criterion sein, sondern das Getränk, das eigentlich nicht mehr als ein Verzweiflungswein sein sollte. Mémoire involontaire dazu: Der kurze Moment, als ich vor einigen Wochen ein Empfehlungsschreiben von Pierre Bourdieu in den Aktenvernichter schob und es erst als solches identifiziere, als es sich schon fast vollständig in potentielles Heizmaterial für den gusseisernen Ofen des Dekans verwandelt hatte. Aber von dieser Erkenntnis hatte nun wirklich niemand mehr etwas.

Ob der Bäcker gegenüber wohl Madeleines führt?

2007.02.13 | 17:26 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Die Faszination des wilden Körpers

Und [dann] schrie er noch, er las es bestimmt in diesem Buch, mit den ganzen Zitaten herinnen, welches seit Wochen auf H.’s Rückbank liegt: “Wisst ihr, was Kunst ist? Ein REIHENSCHEISSHAUS, das ist Kunst!” Ging [dann] aber sehr gerade und aufrechten Körpers zur Türe hinaus, in der einen Hand die Gießkanne, in der anderen die leere Flasche Krug. Die Glastüre im Flur sah er aber [dann] nicht mehr, wie man hören konnte.

[Über die Vermeidung unvermeidbarer Worte. Siehe auch: "abstrakt/konkret".]

2007.02.11 | 11:08 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Spur/Schrift/Abbild

2007.02.11 | 11:06 | Notizbuch PERMALINK  |  TRACKBACK
Tilgen und Tradieren

Also wirst Du jetzt zu einer Figur, die eigentlich völlig beliebig ist, wie alle Figuren, und dies natürlich genauso überhaupt nicht. Geboren aus dem furchtbar kitschigen und prinzipiell totzuschweigenden Gedanken: Wenn ich Dich nicht in der Wirklichkeit haben kann (wo?), dann werde ich Dich eben in diesem Text haben. Nicht als Erzählung, die die Realität abändert und neu erfindet, mit einem anderen, wie auch immer gearteten Ausgang, mit einem fiktiven Happy End oder Ähnlichem, sondern als Nacherzählung, als ganz persönliches, privates “Es ist so gewesen”. Weil ich (wer?) es so erlebt habe [hat] und das reicht schon völlig als Rechtfertigung. Als ob es überhaupt eine bräuchte. Es wird nicht mehr erfunden werden als wir es ohnehin tun, jeden Tag aufs Neue, sobald wir die Augen aufschlagen, oder unseren Kopf, an welcher Kante auch immer.

[Arbeit.]

[...] Kurz und gut, das Entsetzliche, was mir geschah, dessen tödlichen Eindruck zu vermeiden ich mich vergebens bemühe, besteht in nichts anderem, als dass vor einigen Tagen, nämlich am 30. Oktober mittags um 12 Uhr, ein Wetterglashändler in meine Stube trat und mir seine Ware anbot. Ich kaufte nichts und drohte, ihn die Treppe herabzuwerfen, worauf er aber von selbst fortging. [...]

E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

2007.02.08 | 17:05 | Korrespondenz PERMALINK  |  TRACKBACK
Kept us awake with wolves teeth

Sprawl

Source

Mash up

Nicht neu, aber auch nicht alt. Warme Nächte ohne Sonne. Dreihundert kleine Dinge, die uns nie wieder einfallen werden.

Bien des choses de ma part à Vienne.

2007.02.08 | 01:04 | Ich >< Welt PERMALINK  |  TRACKBACK
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Am Anfang unserer Bekanntschaft trafen wir uns wöchentlich einmal.

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